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Marktfokus

Gottfried Planer, Private Banker mit €FA Zertifizierung von Gottfried Planer, Private Banker mit €FA Zertifizierung in der Geschäftsstelle Bozen, veröffentlicht am 24. April 2012 in der Zeitschrift WIKU.

Tel. +39 0471 066 324
E-Mail: gottfried.planer@hypotirol.com

 


Wachstum in Sicht?

Für dieses Jahr erwarten sich die Experten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für die Bundesrepublik ein klares Wachstum von 1% und für nächstes Jahr von 2,4%. Während sich das restliche Europa, abgesehen von Skandinavien, mit Sparmaßnahmen und erhöhte Steuerbelastung herumquält, können die Deutschen auf eine Verbesserung der Binnennachfrage setzten. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen am deutschen Arbeitsmarkt schreitet zügig voran und die Löhne sind zuletzt kräftig gestiegen.
Woher kommt dieser Vorsprung zu den anderen EU-Staaten? Zum einen hat die deutsche Wirtschaft mit schmerzhaften Einschnitten und Flexibilisierung bei den Arbeitnehmern, wie beispielsweise Kurzarbeit, auf die große Krise der vergangenen Jahre reagiert. Zum anderen hat Deutschland während der Krise die Löhne nicht erhöht. Ein entscheidender Umstand sind aber mit Sicherheit die Konjunkturprogramme, die während der Banken-Krise ab 2008 gestartet wurden.

Investieren stärkt

Diese Konjunkturprogramme haben die deutsche Wirtschaft dermaßen gestärkt, dass die Effekte jetzt erst so richtig zum Tragen kommen: die Wirtschaft ist mit hochwertigen Produkten sowie durch den Export von Industriegütern und Know-how  sehr erfolgreich. In den Randstaaten des Euroraums wird derzeit genau das Gegenteil getan: die Staaten sparen sich noch tiefer in eine Rezession (wie 2011 mehrfach berichtet). Natürlich ist der Spielraum, den beispielsweise die italienische Regierung hat, gering, denn die Staatsverschuldung war schon vor der Krise exorbitant. Nun hat Italien für Konjunkturprogramme keine Mittel mehr.

Steuereinnahmen sinken

Die Sparmaßnahmen und die neuen Steuerbelastungen der Regierung werden sich in den kommenden Monaten bemerkbar machen: der Konsum geht zurück, die Sparquote der Bevölkerung wird, bei jenen Haushalten die Spielraum haben, steigen und die Steuereinnahmen (zum Beispiel Mehrwertsteuer) werden durch den verringerten Konsum sinken. Was der italienischen Wirtschaft aber wirklich auf die Beine helfen würde ist eine Produktivitätssteigerung, das heißt die gearbeiteten Stunden müssen sich in mehr erzeugte Güter und Dienstleistungen umschlagen. Oder aber die Kosten (wie Steuern und Abgaben) pro produzierter Einheit an Güter und Dienstleistungen verringern sich.
In diesem Zusammenhang spielt auch die Steuerhinterziehung eine große Rolle: eine Verringerung von Steuern und Abgaben auf Arbeit kann derzeit nicht durchgesetzt werden, da die Steuerhinterziehung ein zu großes Loch im Staatshaushalt hinterlässt.

In einem schwierigen Marktumfeld ist es wichtig, klare Investment-Ziele zu verfolgen. Die Hypo Tirol Bank Italien analysiert ihr Portfolio, berät Sie gerne und geht mit individuellen Lösungen auf Ihre Bedürfnisse ein.