• Seite drucken

Rating

Baa2 von Moody's

Aktuelles Rating Oktober 2014:
Hypo Tirol Bank verbessert Rating aus eigener Kraft von Baa3 auf Baa2

Das „Upgrading“ wird in der Veröffentlichung von Moody’s an vier Kernfaktoren festgemacht:

  • Der Hypo Tirol Bank ist es durch Kostendisziplin bzw. eine gesteigerte Rentabilität am Kernmarkt gelungen, die Ertragskraft der Bank spürbar zu steigern. Dies bestätigen auch die aktuellen Zahlen der Halbjahresbilanz.
  • Durch eine konsequente Verbesserung des Risikomanagements sowie einer Neubewertung der vorhandenen Sicherheiten konnte das Risiko der notleidenden Kredite in Italien minimiert werden.
  • Der Wechsel auf ein profitableres, aber kleineres Geschäftsmodell (Konzentration auf den Kernmarkt) erfüllt die Anforderungen des mit der EU-Kommission vereinbarten Restrukturierungsplans.
  • Zudem erwartet die Ratingagentur, dass die Hypo Tirol Bank den erhöhten Funding-Bedarf in den Jahren 2016 und 2017 erfolgreich meistern wird. Dies beweist vor allem auch die vor wenigen Tagen erfolgreiche Platzierung von 300 Millionen Euro auf den internationalen Kapitalmärkten.

Historie

  • Die Hypo Tirol Bank wird seit 2006 von Moody´s geratet.
  • Das ursprüngliche Aaa-Rating spiegelte die Position der Hypo Tirol Bank als   Landeshypothekenbank im Eigentum des Landes Tirol mit Ausfallhaftung durch das Land Tirol wider.
  • Im Hinblick auf den Wegfall der Landeshaftung erstellte Moody´s Ende März 2007 ein neues Rating, dessen Ergebnis mit „Aa1“ veröffentlicht wurde.
  • Anfang August 2010 erfolgte eine Neubewertung auf „A2".
  • Das Downrating vom November 2012 auf Baa 2 basierte auf folgender   Einschätzung durch Moody´s:

    Vergangene Schwierigkeiten im Italiengeschäft der Bank sowie ein generell schwieriges Umfeld für Banken in Italien.
    Eingeschränkte Ertragsmöglichkeiten in einem engen Markt mit hoher      Wettbewerbsintensität.
    Die Kapitalaufstockung im Jahr 2012 durch den Eigentümer, das Land Tirol, wurde von Moody´s als staatliche Beihilfe angesehen und wirkt sich somit negativ aus.
    Gleichzeitig bescheinigt Moody´s die durch die Kapitalzufuhr gute      Kapitalisierung sowie den positiven Einfluss der Unterstützung durch den öffentlichen Eigentümer.
    Refinanzierungsbedarf schwerpunktmäßig 2016/17.
    Der positive Einfluss aus der Eigentümerschaft des Landes wird im     Ratingverfahren seit kurzem weniger stark gewichtet.

Rating Juni 2014

Moody´s kritisiert die Bestrebungen der Bundesregierung, dass nachrangige Gläubiger von landesgarantierten Wertpapieren mittels Bundesgesetz am Verlust der Hypo Alpe Adria International beteiligt werden sollen, und bewertet  die Eigentümerschaft der Länder bei den Landesbanken generell niedriger als bisher. Daher stuft Moody´s unter anderem die Hypo Tirol Bank um eine Stufe auf Baa3 zurück.

Diese Herabstufung durch Moody’s spiegelt somit in erster Linie den generellen Vertrauensverlust in Bezug auf den Wert der öffentlichen Eigentümerschaft sowie der Landesgarantien für begebene Anleihen wider. Demgegenüber bringen die Eckdaten zum Geschäftsverlauf eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Hypo Tirol Bank zum Ausdruck:

• Die Hypo Tirol Bank liegt bei der Restrukturierung voll im Plan. Dies beweist
   die aktuelle Geschäftsentwicklung.
• Die Kernkapitalquote der Bank hat sich spürbar verbessert.
• Die Hypo Tirol Bank ist aus eigener Kraft in der Lage, ihre begebenen
   Anleihen zu bedienen. Das Sondergesetz hat keine Auswirkungen auf die
   Hypo Tirol Bank und somit keine Auswirkungen auf unsere Bonität.
• Darüber hinaus reduziert sich das Volumen von landesbehafteten
   Wertpapieren schrittweise und ist ab 2017 nur mehr äußerst gering. Eine
   Inanspruchnahme der Landeshaftung ist daher kein Thema.
• Dieser eingeschlagene Weg wird in den nächsten Monaten und Jahren
   konsequent fortgesetzt.


Faktoren für zukünftige Ratingverbesserung


Die Einschätzung von Moody´s hinsichtlich der Maßnahmen zur Ratingverbesserung sind im mit der EU-Kommission akkordierten Umstrukturierungsplan enthalten und in Umsetzung:

• Der Rückgang der Bilanzsumme konnte bereits erfolgreich umgesetzt werden.
   Lag diese im Jahr 2012 noch bei knapp 10 Mrd. Euro, so beträgt sie mit Ende
   2013 nur noch 8,9 Mrd. Euro. Bis 2015 soll die Bilanzsumme gemäß
   strategischer Mehrjahresplanung auf 8 Mrd. Euro reduziert werden.
• Die Aufarbeitung des Italiengeschäfts wird weiterhin mit Nachdruck
   vorangetrieben und durch die Gründung einer eigenen Abteilung auch
   organisatorisch verankert.
• Zur Verbesserung der Ertragskraft erfolgten u.a. Margenerhöhungen sowie
   die Einführung einer Zinsuntergrenze für variable Firmenkundenkredite.
• An der Reduktion des Verwaltungsaufwands wird hinsichtlich Sach- und
   Personalkosten gearbeitet. Die sinkende Tendenz wurde lediglich im Jahr
   2012 aufgrund des Restrukturierungsaufwands hervorgerufen durch die
   Italien-Thematik durchbrochen.
• Mit einem Kernkapital von 430 Mio. Euro per 31.12.2013 (Kernkapitalquote
   10 %) hat die Hypo Tirol Bank eine solide Basis und Ausgangslage für eine
   erfolgreiche Zukunft.