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Fokus Finanzmarkt

Dividende ist der neue Zins

14.02.2020

Früher lockten Zinsen, heute sind es die Dividenden! (Feber 2020)

Der Slogan „die Dividende ist der neue Zins“ wird viel strapaziert. Ein reißerischer Slogan mit nachvollziehbarem Inhalt der klar macht: In einer Zeit ohne Zinsen braucht es eine Alternative. Die Dividende jedoch mit dem Zins gleichzusetzen ist grundlegend falsch. Man setzt eine Eigenkapitalinvestitionen mit einer Fremdkapitalinvestition gleich. Man vergleicht fest vereinbarte Zinszahlungen mit den konjunktur- und  erfolgsabhängigen Gewinnausschüttungen von Unternehmen. Wenn Dividenden locken, darf man das Risiko nicht außer Acht lassen.  


Um eine Dividende zu bekommen, braucht man Aktien. Und als Aktionär selbst macht man dann wie auch der Börsenkurs der Aktien zwangsläufig Höhen und Tiefen durch. Das liegt eben daran, dass Aktien Sachwerte sind. Sie verbriefen das Miteigentum an einem Unternehmen und der Wert einer Sache unterliegt eben Schwankungen. Das ist nicht nur bei mobilen Sachwerten wie Aktien, Edelmetallen oder Rohstoffen der Fall, sondern auch bei immobilen Sachwerten wie Grundstücken, Häuser und Wohnungen. Wovon hängt nun der Kurs der Aktie ab? Einerseits von der Profitabilität des Unternehmens und der Erwartung hinsichtlich der künftigen Profitabilität. So kann es sein, dass defizitäre Unternehmen an der Börse höher bewertet werden als profitable, wenn nur eine besonders optimistische Erwartung hinsichtlich hoher künftiger Gewinne besteht. Treten die Erwartungen aber nicht ein, fällt der Kurs der Aktie. Vergleichen lässt sich dies mit dem Wert einer Immobilie, wenn plötzlich daneben ein Klärwerk entsteht. Die erwarteten Mieterträge sinken, der Wert der Immobilie auch.

Warum ist das nun für Dividendentitel relevant?

Dividendentitel sind oft wie Immobilien in guten Lagen, das Geschäftsmodell ist solide und vor allem sind die Dividendenkaiser meist auch seit langem profitabel. Einen Teil ihrer Gewinne schütten sie an die Eigentümer (=Aktionäre) aus, ein anderer Teil wird im Unternehmen reinvestiert – was sich oft langfristig in Wertsteigerungen (=Börsenkurs) wiederspiegelt. Dennoch gilt es auch bei dividendenstarken Aktien zu diversifizieren. Das profitabelste Unternehmen von heute kann auch ein Geschäftsmodell von gestern besitzen. Ob die gutverdienenden Ölriesen wie etwa Royal Dutch Shell (immerhin mit einer Dividendenrendite von 7,2 % nicht gerade knausrig mit ihren Aktionären) auch in 20 Jahren noch so wertvoll sind wie heute hängt maßgeblich von der Transformationsbereitschaft und künftigen Investitionen in neue Geschäftsfelder ab. Deshalb ist auch bei den Dividendenkaisern die Diversifikation Trumpf. Breit gestreut in den Markt zu investieren zahlt sich langfristig aus. Eine Möglichkeit sind aktiv verwaltete Dividendenfonds, eine andere sind passive Investments über Indexlösungen.