Hypo Tirol Blog
  
Neueste Einträge

Egger im Geschäftsjahr 2019/2020 mit leichtem Umsatzminus

30.07.2020

Der Holzkonzern Egger mit Stammsitz in St. Johann in Tirol hat das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem leichten Umsatzminus beendet. Der Umsatz reduzierte sich von 2,84 Mrd. Euro im vorherigen Geschäftsjahr um 0,4 Prozent auf 2,83 Mrd. Euro. Erfreulich schauen hingegen die Ergebnisse vor und nach Steuern sowie das operative Betriebsergebnis aus.

Das Ergebnis vor Steuern konnte man von 156,7 Mio. Euro auf 193,1 Mio. Euro erhöhen. Beim Ergebnis nach Steuern gab es zumindest eine kleine Steigerung von 156,6 Mio. Euro auf 156,7 Mio. Euro. Das operative Betriebsergebnis stieg außerdem von 168,7 Mio. Euro auf 212,4 Mio. Euro.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag im abgelaufenen Geschäftsjahr wie schon 2018/2019 stabil bei 15 Prozent. "Zudem liegt die Eigenkapitalquote weiterhin auf dem sehr hohen Niveau von 37,9 Prozent", führte Egger-Finanzchef Thomas Leissing am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in St. Johann aus. Damit habe sich diese im Vergleich zum Vorjahr (36,8 Prozent) sogar noch erhöht.

Zahlen, mit denen sich Leissing angesichts der Corona-Krise, die auch Egger streifte, überaus zufrieden zeigte. "Wir haben das große Glück, dass unser Geschäftsjahr 2019/2020 mit Ende April endete", betonte er. Somit habe man "elf sehr gute Monate gehabt" und wäre "ohne die Pandemie sicherlich über dem Umsatzergebnis des letzten Jahres gelegen", so Leissing.

Die vergleichsweise guten Zahlen seien nicht zuletzt auch deshalb möglich gewesen, weil lediglich "in Frankreich, England und Argentinien die Werke mehrere Woche stillgestanden sind", so der Finanzchef. In den Werken in Deutschland und Österreich habe man hingegen "durchproduziert". Auch der neue Standort in Polen, der Mitte 2019 seinen Betrieb aufnahm, führte zu der vergleichsweise guten Umsatzbilanz.

Einen leichten Dämpfer gab es wiederum beim "Free-Cashflow". Von den 276,2 Mio. Euro im Vorjahr musste man einen Rückgang auf 240,1 Mio. Euro hinnehmen. Auf eine Steigerung kann man wiederum beim Mitarbeiterstand verweisen: Ein Plus von 4,7 Prozent. Das heißt, dass nunmehr 9.928 Mitarbeiter in den aktuell noch 19 weltweiten Standorten beschäftigt sind. Auch investiert hat man 2019/2020 kräftig: Das Unternehmen hat 531,4 Mio Euro (489,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2018/2019) in die Hand genommen.

Als Märkte waren 2019/2020 die Amerika- und Übersee-Märkte enorm wichtig. Dort konnten die Umsätze zum Teil erheblich gesteigert werden. In Westeuropa kam es hingegen zu Umsatzrückgängen. "Insgesamt hatten wir auch den großen Vorteil, dass unsere dekorative Kollektion vor Corona schon in den Markt eingeführt war", so Egger-Vertriebschef Ulrich Bühler. Auch die Umsatzanteile von Handel konnte man laut Bühler ausbauen.

In Bezug auf das derzeit bereits laufende Geschäftsjahr, das ebenfalls im Zeichen der Corona-Krise stehen wird, hielt man sich vergleichsweise bedeckt. Man sei aber "durchaus optimistisch", so die Verantwortlichen unisono. "Unsere Industrie ist krisensicher", strich Walter Schiegl, Leiter von Produktion und Technik, hervor. Das liege laut Schiegl an der "Loyalität der Mitarbeiter" und dass diese, wie Leissing ergänzte, "aufgrund des hohen Automatisierungsgrades nicht eng an eng arbeiten müssen".