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Märkte am Morgen

26.02.2021

Standardwerte mit kräftigen Einbußen.

Aktien

DEUTSCHLAND: - VERLUSTE ERWARTET - Die steigenden Renditen am US-Anleihenmarkt bereiten den Aktien-Anlegern weltweit immer größere Sorgen. Nach Vortags sehr schwachen US-Börsen und ebenso kräftigen Verlusten in Asien wird hierzulande auch der Dax am Freitag deutlich tiefer erwartet. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Xetra-Start mit einem Abschlag von 1,35 Prozent auf 13 692 Punkte. Am Vortag hatte der Dax noch einen kurzen Ausflug über die 14 000 Punkte gewagt und in Richtung Rekordhoch tendiert, wurde aber rasch wieder zurückgeworfen. Auch wenn Notenbanken argumentierten, höhere Zinsen seien Ausdruck sich aufhellender Wirtschaftsaussichten, seien andererseits Aktien teils sehr hoch bewertet, erläuterte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Anleger nähmen daher die Gelegenheit wahr, weiter Gewinne zu realisieren und das Geld nun in andere Anlagen zu investieren.

USA: - VERLUSTE - Die Angst vor Inflation hat am Donnerstag insbesondere die US-Technologieaktien in die Tiefe gerissen. Aber auch Standardwerte mussten kräftige Einbußen hinnehmen. Auslöser der scharfen Abwärtsbewegung war der rasante Renditeanstieg am Anleihemarkt. So kletterte der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen zwischenzeitlich über 1,5 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit Februar 2020. Höhere Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren in einem schlechteren Licht dastehen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor 1,75 Prozent auf 31 402,01 Punkte, nachdem er am Mittwoch noch erstmals über 32 000 Punkte geklettert war. Der marktbreite S&P 500 knickte um 2,45 Prozent auf 3829,34 Punkte ein und der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 3,56 Prozent auf 12 828,31 Punkte ab.

ASIEN: - TIEFROT - Die Furcht vor einer womöglich zu heftigen Rückkehr der Inflation hat die Börsen Asiens am Freitag nach unten gezogen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sackte um 4 Prozent auf 28 966. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, fiel zuletzt um 2,6 Prozent und in Hongkong ging es für den Hang Seng zuletzt um 3,3 Prozent abwärts.

DEVISEN

Der Euro hat am Donnerstag im US-Handel einen Großteil seiner Tagesgewinne wieder eingebüßt. Der Eurokurs fiel unter 1,22 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,2182 Dollar. Zuvor hatten robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2243 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Januar getrieben. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2225 (Mittwoch: 1,2146 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8180 (0,8233) Euro. Der aktuelle Kursrutsch des Euro ging einher mit einem deutlichen Renditeanstieg am US-Anleihemarkt. Aus Sorge vor geldpolitischen Straffungen im Zuge einer anziehenden Inflation kletterte dort der Zins für zehnjährige Staatsanleihen über 1,5 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit Februar 2020. Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA macht Anlagen in US-Dollar attraktiver, damit steigt die Nachfrage nach der US-Währung, im Gegenzug verlor der Euro an Attraktivität. Zuvor hatte der Euro davon profitiert, dass sich die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im Februar überraschend deutlich aufgehellt hatte. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator stieg deutlich stärker als erwartet. Auch in Italien zeigten sich Unternehmen und Verbraucher trotz der weiter schwelenden Corona-Krise zuversichtlicher. In Deutschland hellte sich die Stimmung der Verbraucher ebenfalls auf.

ROHSTOFFE

Die Ölpreise haben am Donnerstag anfängliche Gewinne weitgehend abgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel auf 66,86 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen leicht um 4 Cent auf 63,26 Dollar. Zwischenzeitlich waren die Preise auf den jeweils die höchsten Stand seit Anfang 2020 gestiegen. Im Tagesverlauf kam es nach den jüngsten Kurszuwächsen zu Gewinnmitnahmen. An den Gründen für die steigenden Ölpreise hat sich in den vergangenen Tagen wenig geändert. Auf der Nachfrageseite treibt die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung, gestützt durch Fortschritte bei den Corona-Impfungen und die Aussicht auf weniger Beschränkungen des öffentlichen Lebens. "Der Optimismus der Finanzmarktteilnehmer ist zurück und damit auch der hohe Anlegerappetit an den Rohstoffmärkten", kommentierte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank das jüngste Handelsgeschehen. Er verwies außerdem auf jüngste Aussagen des Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell. Der hatte bei einer Anhörung im US-Kongress noch viele Jahre mit einer ultralockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt. Außerdem werden die Ölpreise durch die begrenzte Förderung große Anbieter wie Saudi-Arabien gestützt. Hinzu kamen am Mittwoch Erdöldaten aus den USA, die eine deutlich verminderte Produktion ergaben. Grund dürfte vor allem der jüngste Wintereinbruch mit extrem niedrigen Temperaturen gewesen sein, der schwere Folgen für den Energie- und Ölsektor hatte.

ANLEIHEN

Der Renditeanstieg am deutschen Anleihemarkt hat sich am Donnerstag trotz neuerlicher Warnungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) fortgesetzt. Mit minus 0,218 Prozent stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf den höchsten Stand seit Mitte 2020. Die Kurse der Papiere gaben im Gegenzug deutlich nach. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Nachmittag um 0,66 Prozent auf 173,10 Punkte. Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten die Anleihen. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Februar überraschend deutlich aufgehellt. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg deutlich stärker als erwartet. Auch in Italien zeigten sich Unternehmen und Verbraucher trotz der weiter schwelenden Corona-Krise zuversichtlicher. In Deutschland hellte sich die Stimmung der Verbraucher ebenfalls auf. Auch die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten überraschten meist positiv. EZB-Vertreter warnten vor den Folgen eines zu starken Anstiegs der Kapitalmarktzinsen. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane sagte, die Notenbank beobachte die langfristigen Zinsen genau. Es würden flexibel Wertpapiere gekauft, um dem Zinsanstieg entgegenzutreten. EZB-Direktorin Isabel Schnabel warnte in einem Zeitungsinterview vor einem zu raschen Anstieg der Marktzinsen und den Auswirkungen auf die Konjunktur. Auslöser des seit Ende Januar andauernden Zinsanstiegs sind höhere Inflations- und Wachstumserwartungen insbesondere in den USA. Dort treibt das von der Regierung geplante Konjunkturpaket mit einem anvisierten Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar. In den USA rangieren die Renditen auf einem einjährigen Höchststand.

 

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