Neueste Einträge

Tirols Tourismus und Politik fordern mehr Saisonarbeiter

21.11.2022

Im Tiroler Tourismus und in der Politik werden die Rufe nach einer Erhöhung des Saisonarbeiterkontingentes laut. LR Mario Gerber (ÖVP) forderte laut "Tiroler Tageszeitung" (Montag-Ausgabe) vom Bund, zu genehmigen, dass statt der derzeit rund 700 Drittstaatenangehörigen 1.500 in Tirol arbeiten dürfen. Die Wirtschaftskammer drängte ebenfalls darauf. Die NEOS konnten wiederum nicht nachvollziehen, warum einerseits Kurzarbeit und andererseits mehr Saisonniers gefordert werden.

Viele Betriebe würden mit dem Rücken zur Wand stehen, meinte Gerber. "Die Regionalstellen des Arbeitsmarktservices (AMS) können ihnen keine Ersatzkräfte zur Verfügung stellen und die überregionalen Vermittlungen aus dem Osten von Österreich bringen nur marginalen Erfolg", sagte er. Allein für Oktober habe der Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes für Tirol 8.000 offene Stellen ausgewiesen. Es brauche daher vom Bund "dringend eine Nachschärfung" beim Drittstaatenkontingent.

Weiters forderte er Erleichterungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt: "Wir brauchen eine qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten, um auch künftig die gewohnten Qualitäten anbieten zu können." Dem Tourismus fehlten Hilfskräfte, die von der Rot-Weiß-Rot-Karte nicht umfasst seien.

Vertreter der Wirtschaftskammer berichteten, dass die Nachfrage für den Winter in Tirol "durchwegs positiv" sei und daher dringend Arbeitskräfte gebraucht würden. "Bei uns brennt der Hut", hieß es. In Tirol herrsche Vollbeschäftigung und genau das sei das Problem, teilte die Kammer in einer Aussendung mit: "Aufgrund der Vollbeschäftigung im Land nimmt keiner dieser Ausländer einem Inländer einen Arbeitsplatz weg und über die EU-Saisonarbeiter-Richtlinie ist zudem gewährt, dass es sich bei Saisonarbeitern um keinen dauerhaften Zuzug handelt", sagte Gastro-Spartenobmann Alois Rainer.

Für NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer "irrlichtert" die ÖVP bei der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Er forderte eine "Gesamtstrategie". Gerber hatte kürzlich die Genehmigung von Kurzarbeitsanträgen von Tiroler Industriebetrieben gefordert - "Wie passt das zusammen?", fragte Oberhofer. "Während Gerber in Tirol Menschen fürs nicht Arbeiten zahlen will, gibt es offensichtlich in unserem Bundesland einen eklatanten Arbeitskräftemangel. Da kann man nur mehr den Kopf schütteln", sagte er.

Teilen auf

Tirols Tourismus und Politik fordern mehr Saisonarbeiter auf Facebook teilenTirols Tourismus und Politik fordern mehr Saisonarbeiter als Link per E-Mail weiterleitenTirols Tourismus und Politik fordern mehr Saisonarbeiter als PDF drucken

Ähnliche Beiträge

XS SM MD LG XL