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Wir brauchen einen Kulturwechsel

17.05.2021

Harald Oberrauch spricht über die Bedeutung zukunftsweisender Ideen, sein Investment in Start-ups und die Ziele vom Tyrolean Business Angel Network.

Sie gelten als innovations- und durchaus risikofreudiger Unternehmer. Was treibt Sie an? 
Harald Oberrauch: Wir haben es immer schon so gemacht. Wenn man diesen Satz lebt, hat man schon verloren. Als Unternehmer muss man sich immer wieder hinterfragen, neu orientieren und an den Neu-Entwicklungen dranbleiben. 

Ist das der Grund, warum Sie sich so für Start-ups einsetzen? 
Oberrauch: Genau. Betriebe wie Alupress und Durst leben von innovativen Ideen. Start-ups sind am Puls der Zeit, zukunftsweisend. Sie bringen neue Businessmodelle, neue Technologien, neues Denken. 

Worum geht es beim Tyrolean Business Angel-Verein? 
Oberrauch: 2014 habe ich die TBA GmbH als Vehikel für mein Start-up-Investment gegründet. Im Mai 2018 folgte der Startschuss für den Verein tba network. Wir haben namhafte Südtiroler Unternehmerpersönlichkeiten zusammengetrommelt, die bereit sind, etwas zu investieren und, ganz wichtig, auch einmal etwas in den Sand zu setzen. Wir brauchen einen Kulturwechsel. 

Von welchem Kulturwechsel sprechen Sie? 
Oberrauch: Wenn bei uns ein Unternehmer etwas riskiert und scheitert, wird das als soziale Tragödie gesehen. Das kann nicht sein. Nur wenn man etwas probiert hat, kann man sagen, ob es funktioniert oder nicht. 

Der Verein hat über zwanzig Mitglieder. Wen oder was fördern sie? 
Oberrauch: Wir fokussieren uns nicht auf spezielle Branchen und Technologien, sondern sind offen für alle Ideen. Sankt Annas zum Beispiel hat sich zum Ziel gesetzt, das regionale Produkt Knödel in die Welt zu bringen. Das ist pfiffig. Und war meinerseits ein reines Bauchinvestment. Hauptsächlich konzentrieren wir uns aber auf Start-ups aus dem B2B Bereich, weil wir uns mit deren Geschäftsmodellen besser identifizieren und sie somit effizienter unterstützen können. 

Die Aktivitäten des tba network gehen aber über ein Investment in Start-ups hinaus. 
Oberrauch: Als Side Effect, wie man im Englischen sagen würde, bietet der Verein die Möglichkeit, sich auf hohem Niveau mit anderen Unternehmern auszutauschen, ein echtes Netzwerk. Die Start-ups profitieren davon. Auch wenn wir nicht investieren, geben wir ihnen Feedback oder stellen nützliche Kontakte her, um das Business weiterzubringen. 

Welche Rolle spielt die Hypo Tirol beim tba network? 
Oberrauch: Die Verbindung kam über den persönlichen Kontakt zu Vorstand Hannes Haid zustande. Als ich ihm von meiner Idee erzählte, sagte er: Melde dich, wenn es konkret wird. Das habe ich gemacht und seither ist die Hypo Tirol Contentpartner des Vereins. Sie passt hervorragend zu uns, setzt auf Innovation, will Impulse setzen. 

Das tba network agiert in der Europaregion Tirol, also Tirol, Südtirol und Trentino. Wie wichtig ist Ihnen das Länderübergreifende? 
Oberrauch: Offen, weltoffen zu sein, liegt in meinem Charakter. Südtirol ist nicht nur global gesehen ein kleines Land, auch als Ideenwerkstatt. Umso wichtiger ist der Weitblick. Grenzen sollen unternehmerisch keine Rolle spielen. Daher vernetzen wir uns auch bewusst mit Start-ups und Investoren aus der gesamten DACH-Region und darüber hinaus, um von deren Impulsen zu profitieren und Neues zu lernen. Tatsächlich steigt der Dealflow des Vereins, also die Anzahl der Start-ups, die wir uns anschauen, rasant von rund 150 Start-ups 2019 auf 430 im Jahr 2020. Im ersten Quartal 2021 erhielt der Verein ca. 170 Start-up-Ideen. 

Gibt es ein Motto, das Sie Start-ups mitgeben? 
Oberrauch: Wenn du willst, dass alles so bleibt, wie es ist, musst du bereit sein, alles zu verändern. Dieser Satz des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa ist einer meiner Grundsätze und spiegelt sich auch im Verein wider. 

Verein tba network 
Der Verein von 22 privaten Investoren hat sich zum Ziel gesetzt, das Start-up-Ökosystem im Alpenraum zu fördern. Alle Mitglieder des Vereins sind selbst Unternehmer und führen einige der innovativsten Familienbetriebe in Süd- und Nordtirol. Ambitionierte Gründer werden nicht nur mit Risikokapital, sondern auch mit Expertenwissen, Unternehmererfahrung und hilfreichen Kontakten unterstützt. Über das tba network wurden bisher sieben Investments getätigt (accroma, bao, Immagina, Intranav, Kilobaser, wowflow, XUND). Sankt Annas wird gerade abgeschlossen. www.tba.network & www.linkedin.com/company/tbanetwork/ 

Vita – Harald Oberrauch 
Studium der Betriebswirtschaft an der Universität von Bologna, Eigentümer der Unternehmen Durst Phototechnik AG und Alupress AG; 2014 Gründung der TBA Tyrolean Business Angel GmbH; 2018 Gründung des Vereins tba network zusammen mit Gert Gremes (Gremes Holding) und Alexander Pichler (DELMO) 

 

Anprechpartner:
Thomas Plankl
Firmenkunden Italien
https://www.hypotirol.com/suedtirol/firmenkunden-suedtirol

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