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Märkte im Fokus

11.03.2024

Weltwirtschaft

Auf globaler Ebene haben sich die bis dato trüben Aussichten für das produzierende Gewerbe zuletzt etwas verbessert. Jedoch sind gleichzeitig die geopolitischen Risiken gestiegen und damit auch mögliche nachteilige Auswirkungen auf die globalen Lieferketten. Der Dienstleitungsbereich wird nach wie vor von der guten Beschäftigungslage gestützt.  
In den USA präsentierte sich die Inflation im Januar hartnäckig. Die Gesamtinflation fiel leicht auf 3,1 % zum Vorjahr, während die Kerninflation unverändert 3,9 % betrug. Insbesondere Dienstleistungen verteuerten sich und sorgen für einen gewissen Preisdruck.
Im Euroraum ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Februar von 48,4 auf 50,0 gestiegen. Der Index weist damit erstmals seit sieben Monaten wieder auf ein Wachstum der Wirtschaft hin. Getrübt wird die Freude jedoch durch den unerwarteten Rückgang des Index für das verarbeitende Gewerbe von 46,6 auf 46,1 Punkte.
In Bezug auf die Inflation sticht der Rückgang der Inflationsrate im Euroraum von 2,8 % im Januar auf 2,6 % im Februar hervor. Doch ein guter Teil des Rückgangs ist darauf zurückzuführen, dass der starke Preisanstieg im Februar 2023 aus dem Vorjahresvergleich herausgefallen ist. Auf kurze Sicht hat sich der unterliegende Preisauftrieb sogar etwas verstärkt. Darüber kann auch der Rückgang der Kernteuerungsrate von 3,3 % auf 3,1 % nicht hinwegtäuschen. Laut EZB sind die Tariflöhne im Euroraum im vierten Quartal um 4,5% gestiegen. Bereits vorhandene, von der EZB ausgewertete Tarifabschlüsse deuten auf einen unverändert hohen Lohnauftrieb im laufenden Jahr hin. Somit dürften die erwarteten Leitzinssenkungen noch etwas auf sich warten lassen.

 

Aktienmärkte

Die jüngsten Konjunkturdaten der USA belegen eindrucksvoll die Stärke der US-Wirtschaft. Es wird intensiv darüber diskutiert, ob und in welchem Ausmaß die US-Notenbank die Leitzinsen senken wird. Dies wird von steigenden Renditen bei Staatsanleihen begleitet, doch die Aktienmärkte scheinen davon kaum beeinträchtigt zu sein. Tatsächlich haben die beeindruckenden Ergebnisse der letzten Gewinnberichtssaison die Aktien gestärkt.
Die herausragenden Zahlen von Nvidia haben erneut die Begeisterung für KI befeuert und die Indizes auf neue Rekordhöhen gehoben. Im Gegensatz dazu sieht die Situation in Europa anders aus. Insbesondere der Euroraum, vor allem Frankreich und Deutschland, kämpfen mit schwachen Umfragewerten und Anzeichen von Stagnation. Es zeigt sich eine deutliche Divergenz in den Wachstumserwartungen, die sich auch in der Aktienperformance widerspiegelt. US- und insbesondere Technologieunternehmen haben seit Jahresbeginn deutlich besser abgeschnitten als der europäische Markt, wo Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsmodellen fehlen.
Neben den USA hat sich auch der japanische Aktienmarkt erneut hervorgetan. Die Regierung fördert den Aktienmarkt durch Steuererleichterungen, und erfolgreiche Bestrebungen der Regulierungsbehörden, Wirtschaftskonglomerate aufzulösen, tragen dazu bei. Anleger profitieren von steigenden Kursen und zunehmenden Dividendenzahlungen.
Es bleibt ein übergeordnetes Bild, dass ab der Jahresmitte Zinssenkungen seitens der Notenbanken erwartet werden. Dies dürfte das Umfeld für Aktien weiter verbessern. Obwohl das geopolitische Umfeld instabil ist, sind keine unmittelbaren Eskalationen zu erwarten.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ►Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ►Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

Die Grundstimmung hinsichtlich der Inflationsentwicklung ist vorsichtig optimistisch. Mit der Senkung der Zinsen scheint es die EZB dennoch nicht eilig zu haben. Grund dafür ist vor allem die wachsende Sorge vor Zweitrundeneffekten bzw. der Entstehung einer Lohn-Preis-Spirale aufgrund der prozyklischen Lohnpolitik im Euroraum. So gilt die Lohnentwicklung momentan als wesentlicher Faktor für den Zeitpunkt der ersten Leitzinssenkung. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass der Lohndruck vorerst nicht nachlassen wird (tatsächlich legen neue Lohnstatistiken weitere Lohnsteigerung um 5-6% nahe). Es scheint, als wolle die EZB diese Entwicklungen vorerst abwarten bzw. sich alle Türen offenhalten, um dann zur Jahreshälfte eine fundierte Entscheidung treffen zu können. So wies Christine Lagarde bei der EZB-Ratssitzung darauf hin, dass sie erste Zinssenkungen im kommenden Juni für wahrscheinlich halte. Demnach prognostizieren Experten eine Senkung der Zinsen um insgesamt 75-100 Basispunkte bis zum Jahresende.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold:  Der Goldpreis ist letzte Woche aus einer mehrjährigen Konsolisierungsphase  ausgebrochen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Die erwarteten Zinssenkungen der Notenbanken stützen zwar grundsätzlich den Goldpreis, da Gold selbst keine Erträge hat. Diese Markterwartung ist jetzt nicht neu. Vielmehr dürften die geopolitischen Spannungen und Konjunkturrisiken aus China den Goldpreis unterstützt haben. Der charttechnische Ausbruch dürfte zumindest kurzfristig den Goldpreis weiter beflügeln.

Rohöl:  Der Preis für Rohöl ist seit Jahresanfang ähnlich wie die Aktienmärkte angestiegen. Die Konjunkturaussichten lassen keine enorman Nachfragestiegerungen zu. Vielmehr sind die geopolitschen Spannungen Preistreiber. Insbesondere die Beeinträchtigung der Handelsrouten im Roten Meer wirken Preistreibend. Mit dem Ende der Wintersaison lässt die Nachfrage strukturell nach und das Potential ist in den nächsten Monaten begerenzt.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Gold (USD je Unze) ► Aufwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Abwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar: Die Talfahrt des Euro ggü. dem US-Dollar seit Anfang des Jahres konnte in den letzten Handelswochen teilweise revidiert werden. Notierte der EUR/USD Wechselkurs Mitte Februar noch am lokalen Minimum und 1,07 USD pro EUR, notiert EUR/USD aktuell in einer Handelsspanne um 1,08 – 1,09. Nach wie vorher bestimmen vorwiegend Spekulationen über baldige Zinssenkungen auf beiden Seiten des Atlantiks, insbesondere natürlich das eingepreiste zukünftige Zinsdifferential, den EUR/USD Wechselkurs. Aufgrund der nachhaltigen Konjunkturschwäche in der Eurozone bei gleichbleibend starken Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten gehen wir derzeit weiterhin von begrenztem Aufwärtspotenzial für EUR/USD aus. Sollte die FED jedoch, konträr zu ihren eigenen Aussagen, bereits früher und/oder deutlicher die Leitzinsen senken, könnte dies dem Euro zusätzlichen Aufwind verschaffen.

Schweizer Franken: Nach einer Bodenbildung zu Beginn des Jahres 2024 um die Marke von 0,93 CHF pro EUR konnte sich der Euro in den letzten Handelswochen etwas gegenüber dem Franken erholen. Dies spiegelt sich im anhaltenden Aufwärtstrend des EUR/CHF Wechselkurses seit Anfang Februar wider. Aktuell notiert der EUR/CHF Wechselkurs um die Marke von 0,96. Beflügelt wird der Euro vor allem durch die Erwartungen des Marktes, dass die SNB früher und deutlicher die Zinsen in der Schweiz senken wird, als die EZB. Neben einer weiter restriktiveren Haltung der EZB könnte auch ein weiteres Abkühlen der weltweiten Krisenherde dem Franken weiteren Wind aus den Segeln nehmen. Wir rechnen aktuell mit einer leichten Erholung des Euros ggü. dem Franken.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Aufwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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