Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

07.09.2022

September 2022

Weltwirtschaft

Die globalen Einkaufsmanagerindices deuten auf ein sich deutlich einbremsendes Wirtschaftswachstum hin. Insbesondere der US-Index erreichte kürzlich mit einem Wert von 45,0 ein 21-Monats-Tief. Vor allem im US-Dienstleistungssektor fand eine deutliche Stimmungsverschlechterung statt. Bereits im Juli war die Zahl der Neubaubeginne in den USA um 9.6% zum Vormonat eingebrochen, was auf eine weitere Abkühlung des Immobilienmarkts hindeutet. Auffallend war auch dass im August die Arbeitslosenrate von 3,5 auf 3,7% gestiegen ist. Die amerikanische Inflationsrate ist hingegen im Juli auf 8,5% gesunken. Wahrscheinlich hat sie ihren Höhepunkt bereits wegen des Einbruches des Benzinpreises überschritten. Im Euroraum ist der Konsumentenpreisindex auch im August weiter auf 9,1 % gestiegen. Die Erzeugerpreise im Euroraum waren zuletzt um ganze 37,9% höher als ein Jahr zuvor! In erster Linie sind dafür die stark steigenden Energiepreise, wie Gas und Strom, verantwortlich. Die Frage ist, inwieweit und wann die hohen Kosten auf die Endverbraucher weitergegeben werden. Die staatlichen Zuschüsse sind ein Tropfen auf den heißen Stein und lösen das Problem kaum. Auch sorgen die geopolitischen Krisenherde (von Russland/Ukraine bis China/Taiwan/USA bis zum Kosovo) nicht für Beruhigung. Wenig überraschend sind daher in der Eurozone die Einkaufsmanagerindices (insbesondere jener für die Produktion) im August gesunken.  Auch der deutsche Ifo Index signalisiert mit einem Wert von 88,5 für die kommenden Monate eine markante Abschwächung der Konjunktur.

 

Aktienmärkte

Nach einer sehr positiven Entwicklung der Aktienmärkte  in den letzten Wochen hat sich die Stimmung der Marktteilnehmer Ende August eingetrübt. Neurlich belasten Erwartungen über mögliche Zinsanhebungen der Zentralbanken das Marktumfeld. Im Kampf gegen die Inflation könnten die Zentralbanken wenig Rücksicht auf die konjunkturelle Entwicklung nehmen. Das hat zu einem breiten Ausverkauf an den Aktienmärkten geführt mit den größten Abschlägen bei zyklichen Aktien und auch Technologieunternehmen. Zusätzlich erleben wir in Europa eine Energiekrise. Der neuerliche Lieferstopp von russischem Erdgas nach Westeuropa hat die Erdgaspreise nach oben schnellen lassen. Die Ankündigung der OPEC die Förderquoten zu reduzieren (wenn auch nur leicht) hat die Situation noch verschärft. Für Aktien damit aktuell ein schwieriges Umfeld.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Aktien USA (in USD) ► leicht fallende Bewegung

Aktien Europa (in EUR) ►leicht fallende Bewegung

Aktien Japan (in JPY) ► leicht fallende Bewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ►leicht fallende Bewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

In der nächsten EZB Ratssitzung werden die Projektionen zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung präsentiert. Bei dieser Sitzung muss man wohl davon ausgehen, dass der Wachstumsausblick nach unten und die Inflationsaussichten nach oben korrigiert werden. Darüber hinaus wird, wie gewöhnlich, über den richtigen geldpolitischen Kurs und die anstehenden Eingriffe und Mechanismen diskutiert. Allerdings verspricht die derzeitige Situation einiges an Konfliktpotenzial, da die eine Hälfte des EZB Rats sich für eine vorsichtigere Gangart und somit für eine Erhöhung der Leitzinsen um (25-)50 Bp befürwortet, der Rest der Währungshüter mit Blick auf die immer schlechter werdenden Prognosezahlen einen entschlossenen Erhöhungsschritt von 75 Bp fordern. Somit dürfte wohl bei der nächsten EZB Sitzung, als wahrscheinlichstes Szenario, eine Leitzinserhöhung von 50 bis eher sogar 75 Bp angenommen werden.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold:  In den letzten Monaten befindet sich der Preis für eine Feinunze Gold in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Seit Mai konnte der Kurs sich nicht mehr über die Marke von 1.870 USD bewegen und stoppte bereits zweimal bei ca. 1.700 USD, wo sich eine Bodenbildung abzuzeichnen scheint. Derzeit leidet der Goldkurs vor allem noch unter den immer weiter steigenden US-Zinsen sowie der hohen Inflation, welche sich auf eine Assetklasse ohne laufende Erträge meistens negativ auswirkt. Viele Analysten gehen jedoch davon aus, dass ein weiterer Verfall des Goldkurses ein eher unrealistisches Szenario darstellt und sehen (langfristig) einen guten Einstiegszeitpunkt. Wir sehen eine kurzfristige Seitwärtsbewegung sowie einen mittelfristig steigenden Kurs als das wahrscheinlichste Szenario an.

Rohöl:  Der Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent befindet sich aktuell bei ca. 95 USD und liegt damit am unteren Ende der Bandbreite in den letzten Monaten (Spanne zwischen 95 und 120 USD). Vor kurzem beschloss die OPEC+ den Output sogar wieder etwas zurückzufahren, was für einen relativ gesättigten Markt spricht. Nachdem der durchschnittliche Preis für ein Barrel in den letzten 5 Jahren bei ca. 60 USD lag, befindet sich der Ölmarkt dennoch auf weiterhin hohem Niveau. Die Zinserhöhungen diverser Zentralbanken sollten jedoch in den kommenden Monaten zu einer Abkühlung der Wirtschaft führen und damit auch zu einer verminderten Nachfrage. Wir sehen daher eine kurzfristige Seitwärtsbewegung sowie einen mittelfristig schwächeren Kurs als das wahrscheinlichste Szenario an.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Gold (USD je Unze) ► Seitwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar:  Derzeit bewegt sich der Euro-Dollar Wechselkurs unterhalb der Parität und damit auf dem tiefsten Stand seit  20 Jahren. Die Schwelle von einem US-Dollar pro Euro dürfte auch in der näheren Zukunft nicht dauerhaft überschritten werden. Gegen eine Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung sprechen anhaltende  Rezessionsängste, ausgelöst durch die Lieferunsicherheit im Energiesektor. Eine mögliche Rezession in den USA, aufgrund der jüngsten Zinsschritte der amerikanischen Notenbank FED, dürfte hingegen den Dollar weniger unter Druck setzten. Mit einer deutlichen Erholung des Euro gegenüber dem US-Dollar sollte nicht vor Anfang 2023 gerechnet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es realistisch, dass Marktakteure ein Ende der Unsicherheitsfaktoren im Euroraum erwarten. In der näheren Zukunft wird mit einem fortgesetzten volatilen Seitwärtstrend innerhalb der Spanne zwischen 0,97 und 1,00 Dollar pro Euro gerechnet.

Schweizer Franken:  Solange der Euro durch erhöhte Unsicherheit unter Druck steht, kann der Schweizer Franken als sicherer Hafen davon profitieren. Dieser Vorteil könnte in der nächsten Zeit durch angekündigte Zinsstraffungen seitens der europäischen Zentralbank EZB allerdings etwas abnehmen. Die Ausweitung der Zinsdifferenz den beiden Währungen kann dem Euro gegenüber dem Franken zu etwas Auftrieb verhelfen. Eine deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem Franken ist in der nächsten Zeit nicht realistisch. Im vergangenen Monat wurde der heurige Tiefststand von 0,95527 Franken pro Euro erreicht und es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Wechselkurs demnächst zwischen 0,95 und 0,98 bewegen wird.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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