Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

14.04.2021

April 2021

 

Weltwirtschaft

Angetrieben vom Aufschwung in den Industrieländern hob der Internationale Währungsfonds kürzlich die Prognose für die Weltwirtschaft für 2021 auf 6 % (von zuvor 5,5 %) an. Insbesondere in den USA läuft der Konjunkturmotor auf vollen Touren. Kürzlich stieg der Philadelphia-Fed-Index, ein Frühindikator, auf den höchsten Stand seit 1973. Auch lag der jüngste Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen mit 916.000 weit über den Erwartungen. Die Zahl der COVID-19 Neuinfektionen ist inzwischen sehr moderat und in vielen Bundesstaaten erfolgten umfassende Öffnungsschritte. Im Euroraum setzt sich die deutliche Divergenz zwischen starkem Industriesektor und schwächelndem Dienstleistungssektor fort. Allerdings haben auch hier die Einkaufsmanagerindizes im März die Erwartungen übertroffen. Der Index für das verarbeitende Gewerbe stieg auf sehr erfreuliche 62,4, jener für den Dienstleistungssektor legte ebenfalls um 3,1 Punkte auf 48,8 zu. Auch in Deutschland zeigt der Geschäftsklimaindex gemäß Ifo für März, dass nicht nur die Vertreter des exportorientierten verarbeitenden Gewerbes deutlich optimistischer wurden, sondern auch die Einzelhändler. Als Damoklesschwert könnte sich jedoch die aktuell schwieriger werdende Versorgung und Lieferengpässe für die Industrie mit Vorprodukten herausstellen. Ein Blick auf die Inflationsentwicklung zeigt vorerst ein gemischtes Bild. Die Kernteuerungsrate im Euroraum ist aufgrund der Wirtschaftskrise weiter auf Talfahrt, im März sank sie auf 0,9 % im Jahresabstand. Der alle Güter umfassende Konsumentenpreisindex stieg dagegen wegen der starken Verteuerung von Energie von 0,9% im Februar auf 1,3% im März an. Auch die deutlich anziehenden Rohstoff- und Frachtpreise werden sich in den kommenden Monaten inflationsfördernd auswirken.

 

Aktienmärkte

Aktien sind im kommenden Quartal gegensätzlichen Kräften ausgesetzt. Während die Gewinne überraschend stark sind, begrenzen die steigenden Anleiherenditen die Bewertung nach oben. Die Aktienmärkte dürften weiterhin Aufwärtspotential haben, solange die Realzinsen negativ bleiben. Die meisten Unternehmen sollten in der Lage sein, höhere Kosten weiterzugeben und bieten daher einen gewissen Inflationsschutz für Aktienanleger.
Höhere Renditen haben eine massive Sektor-Rotation in zyklische Unternehmen ausgelöst. Infolgedessen laufen Substanzwerte derzeit deutlich besser als Wachstumswerte. Die Chancen stehen gut, dass sich dieser Trend fortsetzt, solange sich die globalen Einkaufsmanagerindizes weiter verbessern.
Der US-Aktienmarkt profitiert von der rascheren Druchimpfung. Hier kann bereits mit Ende Q2 erwartet werden, dass die Lockdowns endgültig vorüber sind. Gleichzeitig springt das massive Fiskalpaket für einen guten Teil des ausgebliebenen Konsums aus und sollte die Gewinnsituation stabilisieren. Gerade läuft die Earning-Season zum 1. Quartal an und es wird mit deutlichen Gewinnanstiegen gerechnet. Die US-Aktienmarktentwicklung wird jedoch nicht zuletzt von der angedachten höheren Unternehmensbesteuerung gebremst.
In Europa ist mit einer langsameren Erholung zu rechnen. Es kann durchaus 1-2 Quartale länger dauern als in den USA bis die Wirtschaft wieder in gewohnten Bahnen läuft. Entsprechend unsicher ist die Aktienmarktentwicklung.
Für Asien spricht trotz schwächerer Performance in den vergangenen Monate das starke Gewinnwachstum. Für 2021 wird mit + 30% gerechnet. Das bei vernüftigen Aktienbewertungen und der wirtschaftlichen Stärke Chinas. Risken liegen hier in der US-Aussepolitik und einer befürchteten Überhitzung in der chinesischen Wirtschaft, wo die Preisentwicklung gerade unverhofft stark anzieht.

 

Prognosen zum Ultimo Juli 2021

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

Geldmarkt: Die Geldmarktzinsen im Euroraum entwickeln sich seit Monatsanfang seitwärts, trotz eigentlich positiver Nachrichten aus den Konjunkturdaten. Dies verdeutlichen die stagnierenden Euribor und €STR Sätze.
Darüber hinaus sind im EUR-Geldmarkt die Erwartung bzgl. Einlagensatz- und Leitzinssenkung wohl weitestgehend ausgepreist. Spekulationen auf eine mittelfristige Leitzinserhöhung dürften aber genau so wenig aufkommen, da der EZB Rat erst kürzlich verdeutlicht hat, keine vorzeitige Straffung der Finanzierungsbedingungen aufkommen lassen zu wollen.

Kapitalmarkt: Die Antizipationen eines Konjunktur- und Inflationsanstiegs nehmen merklich zu. Die längerfristigen Zinsen tendieren nach oben, allerdings scheint der steile Anstieg vorerst vorbei zu sein. Die Notenbank hält weiter an ihrer expansiven Geldpolitik fest und trifft Gegenmaßnahmen gegen einen allzu steilen Anstieg der Zinsen. Die absoluten Tiefstständen in den längerfristigen Zinssätzen seinen vorest hinter uns zu liegen und es scheinen sich ansteigende Tendenzen durchzusetzen.

 

Prognosen zum Ultimo Juli 2021

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Leichter Anstieg

3-Monats LIBOR USD ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR CHF ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold: Nachdem der Kurs für eine Feinunze Gold zu Jahresbeginn noch ca. 1.900 USD betrug, fiel der Preis des Edelmetalls bereits an mehreren Tagen unter die psychologische Marke von 1.700 USD. Als Gründe dafür werden hauptsächlich die gestiegenen Langfristzinsen und die generell verringerte Unsicherheit nach der Angelobung von US-Präsident Biden genannt. Aber auch viele Notenbanken kaufen nicht mehr in dem Ausmaß wie noch vor einigen Jahren und stoßen teilweise sogar größere Anteile ihrer Bestände ab (zB.: Türkei und andere EM-Staaten). In den ersten zwei Monaten des Jahres betrugen die Nettoverkäufe von Notenbanken immerhin ca. 17 Tonnen. Eine möglicherweise ansteigende Inflation könnte den Preis des Edelmetalls zwar erneut beflügeln, dennoch sollte in den kommenden Monaten die positive Stimmung (und wohl auch Wirtschaftsentwicklung) unserer Ansicht nach überwiegen. Wir gehen daher auch weiterhin von einem Goldkurs im Bereich von 1.700 – 1.750 USD in den kommenden Monaten aus.

Rohöl: Zu Beginn des Jahres notierte ein Barrel der Nordseesorte Brent noch bei ca. 52 USD. Nach einer starken Rally (getrieben durch weiter anhaltende Förderkürzungen von Seiten Saudi-Arabiens) zu Jahresbeginn konnte der Kurs auf zwischenzeitlich mehr als 70 USD zulegen. Der in vielen Industriestaaten nur sehr gemächlich voranschreitende Impffortschritt führte jedoch in weitere Folge zu einer Abkühlung des Markts und drückte die Preise (seit Anfang März) wieder in Richtung 60 USD. Seitdem befindet sich der Ölpreis in einem Seitwärtskanal zwischen 60 und 65 USD. Nachdem Saudi-Arabien noch mindestens bis Ende April seine Förderkürzungen beibehalten will, ist in diesem Zeitraum von einem weiterhin seitlich volatilen Verlauf auszugehen. Für die Zeit danach sind also vor allem die Übereinkünfte innerhalb der OPEC entscheidend. Wahrscheinlicher ist aus heutiger Sicht eher eine Produktionsausweitung als eine weitere Verknappung. Wir gehen daher von einer volatilen Seitwärtsbewegung in der kurzen Frist und einem leichten Verfall in der mittleren Frist aus.

 

Prognosen zum Ultimo Juli 2021

Gold (USD je Unze) ► Seitwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar: Eine anhaltend hohe Impftätigkeit, ein milliardenschweres Konjunkturprogramm und Spekulationen über einen Zinsanstieg aufgrund höherer Inflation in den USA stützen aktuell den US-Dollar. Trotz dem im Euroraum noch eingetrübtem konjunkturellen Bild kann der Greenback jedoch noch keine nennenswerten Kursgewinne gegenüber dem Euro verzeichnen. Der Markt scheint sich hier noch uneinig zu sein, auch weil es bis dato noch keine Anzeichen gibt, dass die Federal Reserve daran denkt in absehbarer Zeit an der Zinsschraube zu drehen. Dies spricht für eine weiterhin volatile Seitwärtsbewegung zwischen 1,18 und 1,21 Dollar pro Euro.

Schweizer Franken: Die bessere Verfügbarkeit von Impfstoffen und die Erwartung einer Entspannung der Corona-Krise in den Sommermonaten haben zu einer geringeren Nachfrage nach Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten geführt. Aktuell gibt es aber kaum Gründe die für eine gröbere Aufwertung des Euro gegenüber der eidgenössischen Währung sprechen. Das könnte sich ändern, wenn eine Erholung durch entsprechende Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum belegt ist. Bis dahin rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 1,09 und 1,12 Franken pro Euro

 

Prognosen zum Ultimo Juli 2021

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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