Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

10.02.2021

Februar 2021

 

Weltwirtschaft

Die Lockdowns der letzten Zeit schlagen sich vor allem in den BIP-Daten Europas nieder. So hat die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2020 mit einer Veränderung von 0,1 % zum Vorquartal faktisch stagniert. Stärker wurde Österreich getroffen, dessen Bruttoinlandsprodukt um 4,3 % gegenüber dem Vorquartal fiel. Mit Blick auf die kommenden Monate ist die Zuversicht hingegen hoch, was sich am Anstieg der Einkaufsmanagerindices ablesen lässt. Die Industrieproduktion hat sich zuletzt erfreulich gut entwickelt. Die hohe Zuversicht hat auch zu deutlich höheren Energiepreisen geführt. Die teilweise Unterbrechung der globalen Lieferketten aufgrund der Grenzschließungen und des geringeren Flugverkehrs werden aber ebenfalls immer sichtbarer. Gleichzeitig wurde etwa in Deutschland zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer wieder auf das Vor-Corona Niveau angehoben. Als Folge dieser Umstände ist die Inflation im Euroraum von Dezember auf Jänner deutlich nach oben gesprungen. Die Konsumentenpreise legten im Jahresvergleich um 0,9 % zu (im Dezember lag der Wert noch bei -0,3 %). In den USA ist der Konjunkturausblick besser als in Europa. Zwar hat sich das BIP im vierten Quartal auf 4% (annualisiert) verlangsamt. Mit der Aussicht auf ein weiteres Rettungspaket in Höhe von 1,9 Billionen USD, das im Februar verabschiedet werden soll, ist aber eine Wachstumsbeschleunigung möglich. Zudem ist die Arbeitslosenrate zuletzt deutlich auf 6,3 % gesunken.

 

Aktienmärkte

Die Konjunktur bleibt pandemieabhängig. Kurzfristig, also mit Blick auf die kommenden zwei Monate, ist dabei von keiner Entspannung auszugehen. Trotz erster Fortschritte bei den weltweiten Impfkampagnen dürfte das Infektionsgeschehen dynamisch bleiben. Vor allem die verschiedenen Mutationen stellen ein Unsicherheitsmoment dar, das z.B. in Europa substanzielle Lockerungen im ersten Quartal deutlich erschwert. Diese Entwicklung hat auch die Aktienmärkte im Griff. Ab dem Frühjahr sollten dann aber günstigere Witterungsbedingungen zu einem Rückgang der Neuinfektionen führen. Außerdem dürften ab dem Sommer ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen, um auch für die Breite der Bevölkerung einen Infektionsschutz zu gewährleisten. Kurzfristig bleibt das Umfeld damit noch angeschlagen. Ab dem Frühjahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum dann spürbar erholen. Bereits jetzt sind die bereits veröffentlichten Unternehmenszahlen deutlich besser als von den Analysten erwartet. Gerade für das heurige Jahr wird von einem weiterhin starken Erholungspotential ausgegangen, was den Aktienkursen weiterhin Auftrieb verleihen kann. Angesichts der problematischen Wirtschaftsaktivität haben die Notenbanken ihren Stützungskurs nicht geändert. Es verbleibt ein hoher Liquiditätsgrad am Markt, was die Anleiherenditen niedrig hält und damit Aktienbewertungen unterstützt. Zuletzt konnten US-Aktien vom anrollenden 2 Billionen schweren Hilfspaket unter der Biden-Regierung profitieren und nochmal zulegen. In Europa hat die italienische Regierungskonsolidierung unter Mario Draghi n Italien zu einem Rückgang der Unsicherheit geführt und lässt hoffen, dass so auch in Italien mehr europäische Hilfsgelder ankommen werden. Euorpäische und respektive v.a. italienische Werte haben daraufhin an Wert gewonnen.

Prognosen zum Ultimo Mai 2021

Aktien USA (in USD) ► Leicht Steigend

Aktien Europa (in EUR) ► Leicht Steigend

Aktien Japan (in JPY) ► Leicht Steigend

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Leicht Steigend

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

Im Januar kam es zu einem Anstieg der Inflation in der Euro-Zone, nach Monaten von reinflationären Tendenzen, was nun seit Ende Januar schlussendlich auch im EUR-Geldmarkt Einzug genommen haben. Die Auswirkungen verschoben die gesamte Geldmarktkurve Ende Januar hinzu einem neuen Jahreshoch, obwohl man bedenken muss, dass die Ausgangslage (Jahresniveau bisher) extrem tief ist. Der EUR-Tagesgeldsatz €STR notierte über - 0,56% und der 3M-EURIBOR stieg sogar über - 0,54%. Allerdings wurde dieser überraschende Anstieg der Teuerungsrate von der EZB bei ihrer Sitzung aufgegriffen und thematisiert, sodass der Aufwärtstrend am EUR-Geldmarkt vorerst abgebremst wurde. Tendenziell liegen die Geldmarktsätze trotzdem etwas höher als zu Jahresbeginn.

Auch die langfristigen Zinssätze blieben vom Aufwärtstrend nicht unberührt und stiegen zum Teil merklich an. Die 10 jährigen Zinsen stiegen seit Jahresanfang um ca. 15 Basispunkte. Die Zinskurve versteilerte sich aufgrund dieser Entwicklung vom langen Ende her. Der Aufwärtstrend in der Zinsbewegung ist weiter ungebrochen, auch wenn in den letzten Tagen die Dynamik etwas abgenommen hat.

Aufgrund des jüngsten Zinsanstiegs kam es auch zu einem Anstieg der impliziten Zinsvolatilitäten. Diese Volatilitätserhöhung traf sowohl das kurze, als auch das lange Ende der Zinskurve. Hintergrund dafür dürfte der gestiegene Hedging Bedarf vieler Markteilnehmer sein.
In den USA stiegen die Hoffnungen über ein umfangreiches Fiskalpaket, was die Annahme auf zukünftig etwas volatilere Geldmarktnotierungen untermauert.

Prognosen zum Ultimo Mai 2021

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR USD ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR CHF ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold: Im bisherigen Jahr zeichnet sich für Gold noch keine Verlängerung der Erfolgsgeschichte ab. Nachdem das Edelmetall bei ca. 1.900 USD pro Feinunze in das neue Kalenderjahr startete, konnte es zunächst auf ca. 1.950 USD zulegen. Kurz danach mussten Anleger aber herbe Verluste hinnehmen. Zwischenzeitlich fiel der Kurs sogar auf unter 1.800 USD. Vor allem die Hoffnung der Marktteilnehmer, die Pandemie nun mit den vorhandenen Impfstoffen gut bekämpfen zu können, führte zu einer starken Risk-On-Stimmung und verringerte dabei die Nachfrage nach Gold erheblich. Des Weiteren dürften die zeitweise starken Anstiege des Bitcoin-Kurses auch viele Kleinanleger vom Edelmetall weggelockt haben. Auch von den heftigen Spekulationen um den Silberkurs konnte Gold nicht profitieren. Es gibt aber auch eine Reihe von Faktoren, die den Goldkurs in den kommenden Monaten zumindest stützen sollten. So läuft beispielsweise die Durchimpfung in fast allen Industriestaaten wesentlich langsamer ab als geplant und weitere Lockdowns könnten die (noch) sehr positive Stimmung ebenfalls wieder trüben. Auch die immer wieder aufkommenden Inflationsängste (vor allem in den USA) sprechen gegen einen weiteren Verfall des Goldkurses. Insgesamt gehen wir daher von einer volatilen Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten aus.

Rohöl: Rohölprodukte befinden sich seit November 2020 in einem erneuten Höhenflug. So zog bspw. der Kurs eines Barrels der Nordseesorte Brent von ca. 38 auf aktuell ca. 60 USD an. Hauptgründe dafür sind einerseits die Hoffnung auf einen baldigen Nachfrageanstieg ab Mitte des Jahres und andererseits die aktuell künstliche Verknappung durch eine erhebliche Verringerung der Fördermengen, welche vor allem Saudi-Arabien in den letzten Monaten massiv forcierte. Dennoch wird 2020 als eines der schlechtesten Jahre für Erdölunternehmen in die Geschichte eingehen. Die gemeinsamen Verluste der Ölmultis (BP, Chevron, Exxon & Shell) beliefen sich im Vorjahr auf nahezu 70 Mrd. USD. Der US-Konzern Exxon musste bspw. das erste Mal seit mehr als drei Jahrzenten einen Verlust hinnehmen. Viele Analysten gehen derzeit nicht von einem weiteren Anstieg des Rohölpreises (gemessen an den aktuellen Niveaus) in den kommenden Monaten aus. Auch Unternehmen wie BP passten ihre Prognosen bereits auf einen Durschnittskurs von 55 USD/Barrel an (für den Zeitraum von 2021 bis 2050). Viele Marktteilnehmer schätzen die derzeitigen Abwärtsrisiken wesentlich höher ein als noch vor einigen Monaten. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass auch die OPEC die Zügel wieder etwas lockern wird, sobald die Nachfrage tatsächlich erheblich anziehen sollte. Wir gehen daher von einer volatilen Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten aus mit einem gewissen Potential nach unten, sollten die bisherigen Versprechungen zur Pandemiebekämpfung nicht wie erhofft eintreten..

Prognosen zum Ultimo Mai 2021

Gold (USD je Unze) ► Seitwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar: Zeigte man sich im Euroraum zu Jahresbeginn aufgrund einer verfügbaren Covid-19 Impfung noch optimistisch, so erhielten diese positiven Erwartungen einen Dämpfer in Form von Produktionsengpässen, Lieferschwierigkeiten und neuen Virusmutationen. Auch im Fall von mit einer erfolgreichen Impfstrategie eventuell verbunden Maßnahmen-Lockerungen sind zusätzliche Unsicherheitskomponenten verbunden. So haben sich etwa seit Beginn der ersten Lockdowns die Möglichkeiten für privaten Konsum drastisch reduziert, wobei europäische Haushalte im selben Zeitraum und im Durchschnitt keine gröberen Einkommenseinbrüche verzeichneten. Experten gehen deshalb je nach Schätzung davon aus, dass sich bis zu 300 Milliarden Euro an zusätzlichen Ersparnissen auf privaten Konten befinden. Diese nicht zu unterschätzende Geldmenge, die im Fall von Lockerungen in sehr kurzer Zeit freigesetzt werden könnte, erschwert derzeit die Treffsicherheit ökonomischer Prognosen.

Auch jenseits des Atlantiks sieht man sich mit nicht erfüllten positiven Erwartungen konfrontiert. So fiel etwa die kürzlich veröffentlichte US-Arbeitslosenrate deutlich höher als erwartet aus. Der Ruf nach fiskalpolitischen Maßnahmen stellt die Regierung Biden vor erste größere Herausforderungen. Beide Volkswirtschaften sind aufgrund der weiter unsicheren Situation durch wiederholte Lockdowns und Lockerungen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Konjunktur, erheblichen Risiken ausgesetzt. Dies führt zu erhöhter Volatilität auf Devisenmärkten. Der Euro konnte seinen relativ zum Dollar Anfang Jänner angetasteten Höchststand von 1,2349 bisher nicht mehr erreichen. Dies dürfte auch von der EZB im vorangegangenen Quartal angekündigten Maßnahmen um einem, aus handelspolitischer Sicht, zu starkem Euro entgegenzuwirken geschuldet sein. Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit, ist derzeit nicht davon auszugehen, dass auf absehbare Zeit eine der beiden Währungen gegenüber der anderen eine signifikante Aufwertung erfahren wird. Wahrscheinlicher ist ein fortgesetzter Seitwärtstrend zumindest im ersten Quartal 2021 zwischen 1,19 und 1,22 US-Dollar pro Euro.

Schweizer Franken: Durch fortgesetzte Lockdowns in der Eurozone und der damit verbundenen Unsicherheit konnte der Schweizer Franken im vergangenen Jahr durch seinen Status als sicherer Hafen profitieren. Aufgrund zunehmend optimistischer Erwartungen im Euroraum, zumindest zu Jahresbeginn, verlor der Franken relativ zum Euro jedoch teilweise seine Dominanz. Auch wenn in näherer Zukunft mit weiteren Risiken gerechnet werden muss, ist es dennoch realistisch bis Jahresende mit einem etappenweisen Hinbewegen zu einer weitgehend friktionsfreien Wirtschaft in der Eurozone zu rechnen. Dies könnte dem Euro relativ zum Schweizer Franken auf lange Sicht zu etwas Auftrieb verhelfen. Eine deutliche Aufwertung in naher Zukunft ist jedoch unwahrscheinlich. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Euro relativ zum Schweizer Franken in den nächsten drei Monaten seinen Seitwärtstrend innerhalb der Spanne zwischen 1,07 und 1,09 fortsetzen wird.

Prognosen zum Ultimo Mai 2021

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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