Hypo Tirol Blog
  
Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

24.08.2020

 

 

Weltwirtschaft

Erwartungsgemäß war der Wachstumseinbruch aufgrund des globalen „Lockdown“ infolge der COVID-19 Pandemie im 2. Quartal 2020 so stark wie während dem 2. Weltkrieg. So brach die deutsche Wirtschaftsleistung um -10,1 % ein, jene Österreichs um -10,7 %. Noch stärker wurden Italien mit -17,3 % und Spanien mit -18,5 % getroffen.
Allerdings hat die Erholung bereits Ende April begonnen, sodass sich für das dritte Quartal 2020 wieder ein Plus abzeichnet. Im Juni sind beispielsweise die Auftragseingänge der deutschen Industrie massiv gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ist im Juli um 6,8 Punkte auf 55,1 nach oben geschnellt. Auch der Index für das verarbeitende Gewerbe konnte sich deutlich um 3,7 Punkte auf 51,1 verbessern. Das deutet auf eine weitere merkliche Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität hin.
Ähnlich ist die Lage in den USA. Das US-BIP ist im 2. Quartal um -9,5 % eingebrochen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind zuletzt jedoch wieder gefallen und die Arbeitslosenrate ist um 0,9 % auf 10,2 % gesunken. Zudem entwickelt sich der Konsum sowohl in den USA als auch im Euroraum sehr erfreulich, die Vorkrisenniveaus wurden bereits wieder erreicht.
In politischer Hinsicht haben sich aktuell die Spannungen zwischen den USA und China mit Sanktionen gegenüber Amtsträgern des jeweils anderen Staates wieder verschärft.

Aktien weiterhin ohne große Alternativen

Betrachtet man die Marktentwicklung der letzten Monate, sticht die starke Aktienralley seit dem Höhepunkt der Corona Krise ins Auge. Seit dem Tief im März hat der MSCI World Aktien-Index in EUR um 37 % gestiegen.
Bei aller Skepsis hat sich unter den Anlegern breit gemacht, dass die Talsohle durchschritten ist. Letztens haben die Unternehmenszahlen zum zweiten Quartal die Kurse und Marktbewertungen gestützt. Die Erwartungen der Analysten waren in Anbetracht der Corona-Entwicklungen sehr gedämpft. Der Lockdown hat global der Wirtschaft stark zugesetzt und insofern waren die Gewinnerwartungen im Vorfeld sehr tief. Die veröffentlichten Zahlen waren zwar schlechter als im Vorquartal, aber besser als erwartet. Einzig im Segment "Energie" konnten die Zahlen nicht überzeugen, wohingegen bei "Konsumgüterherstellern" sowohl Umsatz als auch Gewinn im Schnitt fast so hoch waren wie vor der Krise. Die Aktienbewertungen sind in der breiten Masse anbetrachts der Gewinnsituation hoch. Trotzdem liegen wir in historischen schon dagewesenen Bandbreiten. Außerdem rechtfertigt das herrschende Tiefzinsumfeld eine Prämie für Aktienbewertungen. Es mangelt einfach an Alternativen. In den letzten Monaten haben sich US-Aktien besser entwickelt als Werte aus dem Euro-Raum. Das liegt vor allem an der Branchenzusammensetzung in den Regionen. In den USA finden sich viel mehr Technologie-Unternehmen - diese Branche hat geboomt. In Europa herrscht ein Übergewicht an Finanz-Unternehmen, v.a. Banken. Hier drückt das Niedrigzinsumfeld als auch die Angst vor Kreditausfällen die Kurse.
Weiterhin werden Aktien ein Spielball der Pandemie bleiben. Breitet sich eine Welle 2 aus, kann es wieder zu staatlichen Maßnahmen wie einem regionalen Lockdown kommen. Das würde die Märkte wieder zu einer Korrektur veranlassen. Wohingegen ein zugelassener Impfstoff nochmal Rückenwind für Aktien geben würde.

Prognosen Ende Q3 2020

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

Einigung auf EU Wiederaufbaufonds

Ende Juli einigten sich die Regierungschefs über die Eckdaten des neuen EU-Wiederaufbaufonds. Der Fonds soll in Summe 750 Milliarden Euro schwer sein. 390 Milliarden Euro sollen den von der Pandemie hauptbetroffenen Ländern (wie Spanien, Italien, Frankreich) als Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden. 360 Milliarden Euro sind als Kredite vorgesehen. Damit wird Einigkeit in Europa präsentiert, jedoch wird damit auch der Weg in Richtung Schulden-Vergemeinschaftung geebnet. Am Kapitalmarkt tendierte die richtungsweisende Rendite deutscher Bundesanleihen seitwärts. Gleichzeitig geht die „Suche nach Rendite“ der Investoren angesichts des Tiefzinsumfeldes weiter. Die Renditeaufschläge der EUR-Peripheriestaaten engten sich weiter ein. Auch andere Anleihesegmente mit höherem Risiko wie Unternehmensanleihen waren gefragt und entwickelten sich gut. Schwieriger gestaltete sich die Lage vieler Schwellenländer. Argentinien hat sich mit Gläubigern auf eine Umschuldung mit erheblichem Schuldenerlass geeinigt. Das wirtschaftlich angeschlagene Land sitzt auf rund 320 Milliarden Dollar Schulden.

Prognosen Ende Q3 2020

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR USD ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins USD* ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR CHF ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins CHF* ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

Gold

Vor kurzem erreichte der Preis für eine Feinunze Gold einen neuen historischen Höchststand bei ca. 2064 USD. Der bisherige Höchstwert lag bei etwas über 1900 USD und wurde im Jahr 2011 verzeichnet. Alle großen ETC-Anbieter (wie z.B.: Xetra Gold) sitzen daher nun auf ihren höchsten, jemals verzeichneten, physischen Goldbeständen. Der größte US Gold-ETC (SPDR Gold Trust) besitzt aktuell sogar mehr physisches Edelmetall als die Schweizer Nationalbank. Nachdem der Kurs zu Jahresbeginn noch knapp über 1500 USD lag, ergibt dies eine aktuelle Jahresperformance (YTD) von ca. 33 %. Viele Analysten geben bereits Kursziele zwischen 2300 und 3000 USD für die kommenden 12 Monate an. Noch stärker konnte sich sogar Silber entwickeln mit einer YTD-Performance von ungefähr 50 %. Größte Preistreiber waren dieses Jahr vor allem die Corona-Pandemie sowie die damit einhergehenden Zinssenkungen der US-FED. Auch die Schwäche des Dollars wirkt sich positiv auf die aktuelle Goldrally aus. Argumente, die für Gold sprechen, sind weiterhin die Eigenschaften als Risiko- und Inflationshedge (viele Analysten befürchten eine steigende Inflation in den kommenden Jahren, vor allem in den USA) und die gesunkenen Opportunitätskosten der Goldhaltung. Aus unserer Sicht spricht aktuell mehr für ein Goldinvestment als dagegen, wir gehen daher von einem weiteren Anstieg in den kommenden Monaten aus.

Rohöl

Nachdem ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zu Jahresbeginn für ca. 60 USD gehandelt wurden, fiel der Kurs nach Ausbruch der Corona-Pandemie auf bis zu 25 USD, um sich nun bei ca. 45 USD einzupendeln. Damit liegt Rohöl bei einer YTD-Performance von aktuell -27%. Der Chef des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco äußerte sich zuletzt erfreut, dass die Nachfrage in Asien wieder stark zulegen konnte und damit beinahe auf Vorkrisenniveau liegt. Des Weiteren engt sich auch das Angebot (speziell in den USA) immer weiter ein und liegt aktuell auf dem niedrigsten Stand in 15 Jahren. Damit einhergehend sinken nun auch endlich wieder die Rekordlagerständen in den USA. Auf der anderen Seite erhöhte die OPEC seit August nun wieder die Fördermenge. Dies dämpft, zusammen mit den anhaltenden Sorgen um eine zweite Welle sowie der nicht enden wollende Handelskonflikt und die schleichende De-Globalisierung, die Aussichten auf eine Rückkehr zu höheren Preisen in naher Zukunft. Wir sehen eine Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten als das wahrscheinlichste Szenario. Mittelfristig ist aber auch hier von einem weiteren Anstieg auszugehen.

Prognosen Ende Q3 2020

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Gold (USD je Unze) ► leichter Anstieg

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

Devisen

US-Dollar: Die europäische Gemeinschaftswährung hat in den letzten Wochen gegenüber dem US-Dollar auf ein 2-Jahres Hoch zulegen können. Die durchaus freundlicheren Konjunkturdaten aus der Eurozone haben hier unterstützend gewirkt, generell dürfte es sich aber eher um eine Dollar-Schwäche handeln. Vor allem die wohl für längere Zeit expansive Geldpolitik der Federal Reserve scheint hier eine treibende Kraft zu sein. Daran ändert auch die zuletzt stärker wie erwartet anziehende US-Inflation nichts. Der Dollar erfährt jedoch auch Unterstützung, so zuletzt durch die von US-Präsident Trump per Erlass verlängerten Corona-Hilfsmaßnahmen und durch starke US-Arbeitsmarkt-Daten. Somit ergibt sich ein gemischtes Bild. Ein Antesten der Marke von 1,20 USD pro EUR ist in greifbarer Nähe. Der Euro bleibt aber anfällig für Rückschläge, vor allem bei einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen in Europa oder bei einer Verschärfung der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China. .
Schweizer Franken: Der Schweizer Franken steht weiterhin wie ein Fels in der Brandung der Corona-Krise. Nach der kurzen Euro-Rally im Juni hat sich jetzt eine unspektakuläre Seitwärtsbewegung entwickelt. Die Euro-Unterstützungslinie bei CHF 1,06 scheint gut abgesichert zu sein. Die Schweizerische Nationalbank steht jedoch weiterhin Gewehr bei Fuß, falls sich wieder Aufwertungsdruck auf die eidgenössische Währung aufbauen sollte. Aufgrund der herrschenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie rechnen wir mit keinem großen Aufwärtspotential für den Euro. Ein möglicher Anstieg wird wohl beim Juni-Hoch dieses Jahres um die Marke von CHF 1,09 pro Euro begrenzt sein.

Prognosen Ende Q3 2020

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

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