Hypo Tirol Blog

Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

13.11.2020

November 2020

 

Weltwirtschaft

Die US-Wirtschaft erholte sich im dritten Quartal mit auf das Jahr hochgerechnet +33,1 % kräftig. Damit sind zwei Drittel des vorherigen Einbruchs aufgeholt. Die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt verbessert sich weiter, auch der Privatkonsum bleibt intakt. Die US-Präsidentenwahlen vom 3. November sind geschlagen, jedoch dürfte sich das Endergebnis noch hinziehen und der endgültige Ausgang juristisch entschieden werden. Europa blickt ebenfalls auf ein überraschend starkes Wachstum im Sommer zurück. Österreichs Wirtschaft hat sich im dritten Quartal spürbar vom starken Einbruch zuvor erholt. Die Wirtschaftsleistung stieg gegenüber dem Vorquartal um 11,1 %, lag aber immer noch um 5,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal kräftig um 8,2 % gestiegen. Mit dem in vielen Ländern verordneten neuerlichen Lockdown im November haben sich die Aussichten zuletzt aber deutlich eingetrübt. Vor allem der Dienstleistungssektor wird stark betroffen sein und damit dürfte der Aufschwung im Winter deutlich an Tempo verlieren. Zu hoffen ist, dass es demnächst zu einer Einigung zwischen Großbritannien und der EU hinsichtlich des „Brexit“ kommen wird. In Asien stellt sich die konjunkturelle Lage deutlich besser dar als in Europa. Insbesondere in China sind die COVID-19 Zahlen relativ gering und der Konjunkturmotor läuft erfreulich gut.

Aktienmärkte

Die US Wahl ist geschlagen. Das doch überraschend enge Kopf-an-Kopf-Rennen in den Tagen des Auszählens hatte die Märkte fest in seinem Griff. Und auch wenn der noch amtierende US-Präsident Donald Trump das Ergebnis noch nicht anerkennt, gehen die Märkte davon aus, dass die Schlacht geschlagen ist und Joe Biden triumphiert. Die Aufholjagd an den Börsen nach der Wahl ist so gut wie vorüber. Im nächsten Schritt wird der Fokus des Marktes auf Bidens geplanten und umsetzbaren politischen Schritte gerichtet sein. Allerdings - ein Präsident ohne die Mehrheit im Kongress bzw. Senat hat es nicht leicht. Und hier ist das Ergebnis noch nicht sicher. Daneben tobt die 2. Viruswelle durch Europa. Neuerliche Lockdowns erweisen sich als wirtschaftlich negativer denn im Vorfeld erwartet. Die Arbeitslosenzahlen steigen. Das hat vor allem an den europäischen Aktienmärkten zu Kursabgaben geführt.
Nachrichten von Seiten der Impfstoffentwicklung verheißen Gutes und auch wenn nicht davon ausgegangen werden kann, dass im laufenden Jahr noch große Impfstoffmengen produziert und verabreicht werden können, hat der Markt bereits große Hoffnung geschöpft und gerade die massiv betroffenen Wirtschaftssegmente (Transport, Industrie und zykl. Konsum) konnten profitieren.
Es bleiben die üblichen Unsicherheitsfaktoren für die Märkte: Corona, Brexit und noch ein Hauch von Trump. Aktien profitieren aber weiterhin von fehlenden Alternativen bzw. der ertragslosen Situation im sicheren Rentenbereich.

Prognosen zum Ultimo Feber 2021

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

Geld- und Kapitalmarkt

Die letzten Wochen des Oktober waren von einer hohen Risikoscheu der Investoren geprägt. Wegen der sich rasch erhöhenden Zahl an COVID-19 getesteten Personen kam es in weiten Teilen Europas zu neuerlichen Ausgangsbeschränkungen. Zudem sorgten die Wahlen in den USA, sowie die Unsicherheit rund um den Fortgang der schwierigen „Brexit“-Verhandlungen ebenfalls für Nervosität bei den Anlegern. Vor allem Anleihen hoher Bonität konnten von diesem Umstand profitieren. Mit der jüngsten Meldung, dass ein Impfstoff gegen COVID-19 kurz vor dem Durchbruch stehe, änderte sich die Ausgangslage schlagartig. Die Zuversicht vieler Marktteilnehmer stieg an, die Kapitalmarktrenditen zogen markant an. Die Suche nach Rendite bleibt jedoch weiterhin aufrecht, was vor allem die Kurse von EUR-Peripheriestaatsanleihen beflügelt. Auch High-Yield Anleihen entwickeln sich derzeit ebenso erfreulich wie Anleihen aus den Schwellenländern. Mit Blick auf das Jahresende werden aber die vermutlich schwachen Konjunkturzahlen, sowie die Reaktion der EZB darauf, im Fokus der Anleger stehen. Mit einem Paket an geldpolitischen Maßnahmen um den derzeitigen disinflationären Tendenzen entgegenzuwirken ist zu rechnen, was die Kapitalmarktrenditen wieder sinken lassen sollte. Die Geldmarktsätze dürften ebenfalls leicht nach unten tendieren.

Prognosen zum Ultimo Feber 2021

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR USD ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR CHF ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

Rohstoffe

Gold: Seit dem Hoch Anfang August (Goldpreis nahe 2.100 USD pro Unze) gab es mehrere starke Abverkäufe des Edelmetalls an den Börsen was den Kurs mehrfach in Richtung 1.850 USD drückte. Ende September pendelte sich der Kurs auf einem Niveau von ca. 1.900 USD erneut ein. Ein wichtiger Grund für die Abverkäufe waren unter anderem die Aktionen einiger Nationalbanken in den Emerging Markets. Deren Währungen kamen im laufenden Jahre immer wieder stark unter Druck aufgrund der Corona-Pandemie. So veräußerte Usbekistan im dritten Quartal beispielsweise mehr als 30 Tonnen des Edelmetalls. Noch mehr Gold verkaufte unter anderem die Türkei, nämlich ca. 8 % ihrer Bestände innerhalb eines Monats. Dies entsprach einer Menge von weiteren 45,5 Tonnen. Dies entspricht dem größten monatlichen Einzelverkauf des Edelmetalls seit dem Jahr 2000. Daran lässt sich auch erkennen, wie stark die türkische Lira aktuell unter Druck steht, sie fiel seit Jahresanfang im Vergleich zum Euro um ca. 40 %. Aktuell fiel der Goldkurs wieder unter die Marke von 1.900 USD, nachdem die ersten Ergebnisse der Phase 3 Studie des Covid-Vaccins von Biontech (zusammen mit Pfizer) eintrafen. Die Hoffnung der Markteilnehmer vor einem baldigen Ende der Pandemie, drückte die Euphorie des Edelmetalls. Die möglicherweise bevorstehenden Unruhen in den USA bzw. die damit einhergehende Unsicherheit könnte den Goldpreis jedoch wieder beflügeln. Wir gehen daher von einem leichten Aufwärtstrend in den Monaten bis Jahresende aus.

Rohöl:  Mitte des Jahres konvergierte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent Richtung 45 USD. In den Monaten September und Oktober, als zunehmend neue Lockdown-Maßnahmen (vor allem in Europa) eingeführt wurden, fiel der Kurs sogar kurzzeitig unter die Marke von 40 USD. Kurz vor der Wahl fiel der Preis sogar fast auf 35 USD, da ein Gewinn der Demokraten in den Präsidenten- und Senatorenwahlen wohl dazu geführt hätte, dass die Öl-Nachfrage massiv einbrechen könnte. Immerhin möchte Joe Biden vor allem die alternativen Energieträger fördern. Seit den Wahlen am 3.11 sank die Wahrscheinlichkeit für ein Doppelsieg, nach dem Eintreffen der ersten Ergebnisse, massiv nach unten. Der Ölpreis erholte sich danach wieder auf ein Niveau von ca. 41 USD. Wir gehen in den kommenden Monaten von einer volatilen Seitwärtsbewegung aus. Ein Ausbruch daraus ist wohl erst realistisch, wenn es neue Informationen bzgl. der Corona-Pandemie bzw. dem genauen Ausgang der US-Wahlen gibt (inkl. Senatorenwahl etc).

Prognosen zum Ultimo Feber 2021

Gold (USD je Unze) ► leichter Anstieg

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

Devisen

US-Dollar: Das vorläufige Ergebnis der US-Wahlen hat bis jetzt noch keine neuen großen Impulse für das Währungspaar EUR/USD gebracht. Das liegt einerseits am äußerst knappen Wahlsieg der Demokraten und andererseits an der Unsicherheit, wie das gerichtliche Nachspiel nun ausgeht. Die Aussicht, dass die Demokraten ihr Konjunkturpaket nur schwer im ursprünglichen Ausmaß durchbringen werden können, belastet den US-Dollar. In der Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks hat sich aktuell eine Patt-Situation ergeben. Sowohl die Federal Reserve als auch die EZB haben in Aussicht gestellt, bei Bedarf die Geldschleusen weiter zu öffnen. Eine Prolongation der Seitwärtsbewegung zwischen 1, 16 und US-1,17 US-Dollar pro Euro ist aus unserer Sicht das wahrscheinlichste Szenario.
Schweizer Franken: Die unerwartet starke zweite Corona-Welle und die einhergehenden erneuten Lock-Downs in Europa haben den Franken in den letzten Wochen wieder erstarken lassen. Durch die positiven Nachrichten von der Impfstoff-Front konnte der Euro nun vorübergehend durchatmen und kletterte über die Marke von 1,08 Franken pro Euro. Sollten die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie jedoch zu wenig oder keine Wirkung zeigen, dürfte der Euro erneut unter Druck geraten. Da die Schweizer Nationalbank keinen Spielraum für weitere Zinssenkungen hat, würde sie in diesem Fall wieder direkt am Devisenmarkt zu Gunsten des Euros intervenieren. Daher rechnen wir weiterhin mit einem Auf und Ab zwischen 1,06 und 1,09 Franken pro Euro.

Prognosen zum Ultimo Feber 2021

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

Teilen auf

Märkte im Fokus auf Facebook teilenMärkte im Fokus als Link per E-Mail weiterleitenMärkte im Fokus als PDF drucken

Ähnliche Beiträge

Hinweis/Disclaimer: Diese Darstellung dient Ihrer Information. Sie beruht auf allgemein zugänglichen Quellen, die wir, die Hypo Tirol Bank AG, zum Zeitpunkt dieser Information für zuverlässig erachten. Nicht bestimmt sind die genannten Informationen für den Vertrieb in den Vereinten Staaten von Amerika, weder für amerikanische Staatsangehörige, noch für Personen mit ständigem Wohnsitz in den Vereinten Staaten von Amerika. Quellenangabe für Berechnungen: Bloomberg, eigene Berechnungen. Trotz aller verwendeten Sorgfalt müssen wir eine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Informationen ausschließen und uns Satzfehler und Irrtum vorbehalten. Die konkrete Entwicklung der Märkte ist nicht vorhersehbar. Daher können wir für die obige Markteinschätzung keine Garantie geben. Eine Haftung für Veranlagungen, die auf dieser Einschätzung beruhen, müssen wir daher ausschließen. Diese unverbindliche Produktbeschreibung dient Ihrer Information. Sie kann ein persönliches Gespräch mit Ihrem Berater nicht ersetzen. Die angeführten Beispiele haben wir zur Illustration gewählt. Ihr Inhalt stellt kein Angebot und keine Einladung zu Anbot-Stellung, Kauf oder Verkauf dar. Weder nach österreichischem noch nach ausländischem Recht. Bitte bedenken Sie: Investitionen beinhalten immer Risiken. Denn Rendite und Wert der zugrundeliegenden Anlage sind Schwankungen unterworfen. Nutzen Sie daher die Risikoaufklärung und die anleger- und objektgerechte Beratung durch unsere BeraterInnen. Wir sind gerne für Sie da! Bitte bedenken Sie: Bisherige Wertentwicklungen bieten keine Garantie für künftige Renditen. Sie handeln auf eigenes Risiko. Unsere Angaben dienen lediglich Ihrer Information. Sie sind nicht als Anlageberatung zu verstehen. Spesen, Ausgabeaufschläge, Rücknahmekosten und Steuern sind von der Berechnung nicht erfasst. Die angeführten Renditen sind auf Basis der jeweils angegebenen Währung berechnet. Für eine optimale Risiko-/ Ertragsbalance empfehlen wir eine Aufteilung ihrer Veranlagung auf mehrere Veranlagungsarten. Bitte entscheiden Sie entsprechend Ihrer Risikobereitschaft und Ihrer persönlichen Anlagebedürfnisse, ob eine Anlage für Sie geeignet ist. Wir beraten Sie gerne! Impressum: Hypo Tirol Bank AG, Meraner Strasse 8, 6020 Innsbruck, Österreich. Telefon +43/(0)50700-0