Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

09.07.2021

Juli 2021

 

Weltwirtschaft

Nach der Wiedereröffnung der US-Wirtschaft zogen die Unternehmensinvestitionen zuletzt deutlich an. Da auch der Privatkonsum weiterhin erfreulich hoch ist, hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften beschleunigt. Zuletzt wurden außerhalb der Landwirtschaft 850.000 neue Stellen geschaffen, was deutlich über der Erwartung von 720.000 lag. Viele Unternehmen haben jedoch Probleme, die offenen Stellen zu besetzen. In den USA sind die Verbraucherpreise im Mai neuerlich deutlich gestiegen. Selbst die Kernrate, die die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, und als guter Trendindikator gilt, sprang auf ein 29-Jahreshoch von 3,8 %. Der von den Lockerungen der Corona-bedingten Restriktionen ausgelöste Nachfrageschub führt in Teilen der Wirtschaft zu Engpässen und Preiserhöhungen. Auch im Euroraum setzt sich die erfreuliche Konjunkturentwicklung und damit zusammenhängend der Preisauftrieb fort. In Deutschland sind die Produzentenpreise im Juni weiter um 7,2 % gestiegen (Jahresteuerung). Damit bleibt für die Endverbraucherpreise vorerst ein inflationärer Druck bestehen.  Die Konjunkturdaten in China spiegeln insgesamt eine Normalisierung wider. Der private Konsum sowie die Industrieproduktion blieben etwas hinter den Erwartungen zurück, was auf eine allmähliche Normalisierung der (Geld-) Politik zurückgehen dürfte. In Summe ist für die nächsten Wochen und Monate ein starkes Wirtschaftswachstum zu erwarten. Der derzeit deutlich spürbare Preisdruck ist unserer Meinung nach von vorübergehender Dauer.

 

Aktienmärkte

Die Weltwirtschaft bleibt auf dem Erholungspfad, auch wenn einige Datenpunkte zuletzt schwächer als erwartet ausfielen. Konjunkturindikatoren zeigen aber insgesamt ein robustes Bild. Gerade das verarbeitende Gewerbe in den USA und im Rest der Welt zeigt sich solide. Die sprunghafte Erholung der Nachfrage führt da und dort zu ungewollten Bremseffekten aufgrund knapper Vorprodukte und Rohstoffe. Nach wie vor schwach zeigt sich hingegen der Dienstleistungssektor, der zumeist stärker von den Lockdown-Maßnahmen betroffen ist und war. Weltweit ist dabei das gleiche Muster zu beobachten: Je stärker die Infektionszahlen sinken, desto mehr gehen Regierungen in den Lockerungsmodus und umso stärker erholen sich die Dienstleistungsbranchen – und umgekehrt. Die Konjunktur bleibt also pandemieabhängig. Die Investoren setzen nach wie vor auf das mittelfristigen Überwinden der Pandemie und damit auf Aktien. Nachdem zuletzt Wachstumswerte im Hinblick auf eine Zinsanhebung in den USA unter Druck gekommen sind, konnten sich eben jene Werte nun wieder deutlich erholen, nachdem sich die Notenbanken zuletzt gelassen und geduldig gezeigt haben und der Inflationsausblick sich beruhigen konnte. Die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte liegen seit Jahresbeginn hinsichtlich Wertzuwachs vorne. Mit dem asiatischen Raum liebäugeln nur wenige. Chinesische Werte leiden unter dem einer zunehmenden Marktregulierung und einer einkehrenden geldpolitischen Normalisierung. In Japan kommt die Wirtschaft aktuell nicht richtig in die Gänge. Über den Sommer dürfte der Aktienmarkt mangels rückläufigem Handelsvolumen volatil seitwärts gehen. Im Hinblick auf die nächsten Gewinnzahlen zum dritten Quartal können sich wieder neue Impulse ergeben.

 

Prognosen zum Ultimo Oktober 2021

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

Geldmarkt: Die Euro-Geldmarktkurve verharrt weiterhin bei den jeweiligen YTD Durchschnittskursen, auch wenn die Schwankungsbreite minimal zugenommen hat. Vor allem nach der EZB Sitzung, die abermals das Festhalten an der ultra-expansiven Geldpolitik betont hat, wird eine Änderung der Geldmarktsätze in naher Zukunft unrealistisch. Im Vergleich zum Vormonat weisen die Euribor Futures derzeit leicht höhere Werte aus (3m und 12m Euribor), sodass eine Annäherung des 3M-Euribors an die Einlagensatzmarke von -0,50% am Jahresende möglich erscheint. Sollte der positive Trend der langfristigen Zinsen weiter anhalten, könnte dies zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die kurze Zinsseite bedeuten.

Kapitalmarkt: Die längerfristigen Zinssätze tendieren aktuell weiter leicht nach oben. Grund dafür sind die weiter aufkeimenden Inflationserwartungen und die Hoffnung, dass mit fortlaufende Immunisierung gegen die Coronapandemie wieder zu einem "normalen" Leben zurückgekehrt werden kann. Der damit einhergehende wirtschaftliche Aufschwung würde wohl auch die langfristigen Zinsen weiter ansteigen lassen. Aktuell gehen wir weiter von moderat steigenden Zinsen aus, einen Rückschlag auf vergangene Tiefststände sehen wir nicht.

 

Prognosen zum Ultimo Oktober 2021

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Leichter Anstieg

3-Monats LIBOR USD ► Seitwärtsbewegung

3-Monats LIBOR CHF ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold: Nach der anhaltenden Schwäche zu Beginn des zweiten Quartals konnte sich der Preis für eine Feinunze Gold wieder an den Kurs zu Jahresbeginn (ca. 1.900 USD) annähern. Mitte Juni kam es erneut zu einem rapiden Verfall von 1.900 USD auf (zwischenzeitlich) bis zu 1.760 USD. Auslöser dafür waren unter anderem die zunehmend in den Hintergrund tretenden Inflationsängste der Anleger sowie auch die damit einhergehende Aufwertung des US-Dollars. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die US-Notenbank bei den Anleihenkäufen möglichweise bereits früher auf die Bremse tritt als bisher erwartet. Die damit steigenden Realzinsen könnten das Edelmetall erneut unter Druck setzen. Wir gehen in den kommenden Monaten von einem Seitwärtstrend als wahrscheinlichstes Szenario aus, wobei sich mittelfristig ein gewisser Abwärtsdruck ergeben könnte.

Rohöl: Aus Sicht von Rohstoffinvestoren ist das aktuelle Jahr bisher sehr erfolgreich verlaufen. Der Ölpreis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent erreichte in den letzten Monaten mehrjährige Höchststände und erreichte in der Spitze einen Preis von knapp unter 77 USD. Aktuell verhandelt die Allianz der Erdölförderstaaten (OPEC+) über eine mögliche Ausweitung des Angebots. Zu Beginn der Verhandlungen stand eine Fördermengenerhöhung von ca. 400.000 Barrel pro Tag zur Diskussion. Diese würde demnach um einiges geringer ausfallen, als erwartet. Immerhin wurde die Produktion im Vorjahr (coronabedingt) um 9,7 Millionen Barrel pro Tag gekürzt. Seitdem wurden die Zügel zwar nach und nach gelockert, die Gesamtfördermenge liegt jedoch immer noch weit unterhalb des Vorkrisenniveaus. Aktuell verhindert ein Disput zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten jedoch eine baldige Lösung. Während die Emirate eine kräftige Anhebung wünschen, steht Saudi-Arabien weiterhin stark auf der Bremse. Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht sogar ein Engpass an den Rohstoffmärkten und damit womöglich ein weiterer starker Anstieg in den kommenden Monaten. Der Gegenwind wird jedoch für Saudi-Arabien innerhalb der Allianz immer stärker und letzten Endes wird der Golfstaat wohl einlenken müssen, um nicht zu riskieren, dass einzelne Staaten aus der Allianz ausscheren. Wir gehen demnach in den kommenden Monaten von einer Seitwärtsbewegung aus, welche mittelfristig in einen leichten Verfall des Ölpreises münden sollte.

 

Prognosen zum Ultimo Oktober 2021

Gold (USD je Unze) ► Seitwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar: Der US-Dollar schaffte es nicht, seinen durch zunehmenden Optimismus befeuerten Auftrieb mit in das zweite Quartal zu nehmen. Dies kann daran liegen, dass viele positive Nachrichten bereits eingepreist sind. Eine ähnliche Situation zeichnet sich auch in der Eurozone ab. Derzeit gibt es keine Hinweise, dass auf absehbare Zeit eine der beiden Währungen gegenüber der anderen deutlich die Oberhand gewinnen wird. Da von einem allmählichen Zurückfahren der pandemiebedingten Eingriffe seitens FED und EZB ausgegangen werden kann, hängt es von den jeweiligen Kommunikationsstrategien ab, ob mit erhöhter Volatilität gerechnet werden muss. Aktuell gehen wir von einem fortgesetzten Seitwärtstrend, innerhalb einer Spanne von 1,18 und 1,21 US-Dollar pro Euro aus.

Schweizer Franken: Der Euro pendelt derzeit zum Schweizer Franken um die Marke von 1,09 und somit deutlich unter dem im Frühjahr erreichten Jahreshöchstwert von 1,11.  Mögliche Ursachen für einen stärkeren Franken könnten neben gezielten Maßnahmen ein erhöhter Preisdruck, sowie eine in der Schweiz in Relation zu vergleichbaren Volkswirtschaften, niedrigere Inflationsrate sein. Aktuelle wirtschaftliche Indikatoren deuten darauf hin, dass die Schweiz die Krise gut bewältigt hat. Da auch in der Eurozone mit einem Aufschwung gerechnet werden kann, wird nicht von einer stärkeren relativen Aufwertung des Franken ausgegangen. Wahrscheinlich ist eher ein fortgesetzter Seitwärtstrend um die Marke von 1,10 Schweizer Franken pro Euro.

 

Prognosen zum Ultimo Oktober 2021

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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