Hypo Asset Management

Märkte im Fokus

12.01.2022

Jänner 2022

Weltwirtschaft

Nach den erfolgten Lockerungsmaßnahmen verzeichnen viele Länder wieder ein sehr erfreuliches Wirtschaftswachstum. Der Preisdruck hervorgerufen durch Knappheiten und Lieferengpässe sollte nur von vorübergehender Dauer sein. Aktuell sind die Konjunkturerwartungen für 2022 des Marktes und der Wirtschaftsforscher sehr optimistisch. Negative Auswirkungen der Pandemie treten mehr und mehr in den Hintergrund. Auch weisen viele Unternehmen eine gute Auftragslage auf. Die Arbeitslosigkeit ist trotz COVID-19 und Wintersaison auf einem niedrigen Niveau. In den USA sank die Arbeitslosenrate kürzlich auf 3,9 %. Der enge Arbeitsmarkt lässt aber die Löhne steigen. Die Erzeugerpreise in Deutschland haben im November erneut kräftig zugelegt und waren 19,2% höher als vor einem Jahr. Haupttreiber bleiben die Energiepreise, aber auch bei den anderen Vorprodukten ist derzeit kein Nachlassen des Preisauftriebes festzustellen. Gleichzeitig sinkt das bisher hohe Geldmengenwachstum, und die Notenbanken verfolgen eine restriktivere Geldpolitik. Bei den Lieferengpässen zeichnet sich eine allmähliche Besserung ab. Als Risikofaktoren erachten wir den chinesischen Immobiliensektor, sowie geopolitische Konflikte wie z.B. in der Ukraine.

 

Aktienmärkte

In den letzten Wochen zeigte sich eine robuste Verfassung der Aktienmärkte. Zum Jahresende hin konnten trotz geschlossener Handelsbücher vieler Aktienmarktteilnehmer wieder neue Alltime-Highs erreicht werden. Zu den bestehenden Herausforderungen für den Kapitalmarkt (schwache Wachstumsdaten, hohe Inflation, Produktionsausfälle wegen verspannter Lieferketten, die Corona-Welle in Europa) gesellte sich noch die neue Omikron-Variante des Corona-Virus hinzu. Wir erlebten im Dezember einen kurzen Rücksetzer, von dem sich die Märkte jedoch schnell wieder erholen konnten, nachdem sich Omikron vorläufig als weniger dramatisch manifestiert hat als befürchtet. Die Erwartung, dass sich die genannten Belastungen in den kommenden Monaten bzw. Quartalen sukzessive wieder auflösen und damit die Gewinne der Unternehmen auch 2022 weiter steigen können, lassen weiter Gelder in die Märkte fließen. Im Umfeld deutlich negativer Realzinsen bleiben renditestarke Anlagen gesucht. Rücksetzer werden daher immer noch schnell als Kaufgelegenheiten wahrgenommen. Etwas anders gestaltet sich die Lage in den Schwellenländern als auch in Asien. Hier konnten die Aktienmärkte nicht mehr zu den Höchstständen der vergangenen Jahresmitte aufschließen. Neben Omikron war dafür vor allem die unverändert schwache Wachstumsdynamik in China als auch eine Verunsicherung der Anleger hinsichtlich weiterer politischer Regulierungsversuche verantwortlich. In den nächsten Monaten erwarten wir eine leicht positive Tendenz an den Aktienmärkten. Die kommende Earnings-Season könnte dem Markt neue Impulse verleihen. Obgleich die Volatilität aktuell wieder ausgesprochen gering ausfällt, ist die ein oder andere kurzzeitig höhere Kursschwankung nicht ausgeschlossen.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Aktien USA (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Europa (in EUR) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Japan (in JPY) ► Seitwärtsbewegung

Aktien Pazifik ex Japan (in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Aktien USA (S&P 500 TR Index); Aktien Europa (STOXX Europe 600 NR Index); Aktien Japan (Nikkei 225 Index); Aktien Pacific ex Japan (MSCI TR Net AC Asia Pacific Ex Japan USD Index);

 

Geld- und Kapitalmarkt

Die Euro-Geldmarktsätze bleiben auch im neuen Jahr auf den gewohnt tiefen Niveaus. Die 3M-EURIBOR und €STR Werte verweilen weiterhin unter dem Einlagensatz bei Levels um die -0,57 %. Erst beim 1 Jahres-Laufzeitband weist der EURIBOR positivere Werte als der Einlagensatz aus. Allerdings gibt es mehrere Anzeichen für eine Anhebung der kurzen Zinsen. Zum einen ebbt der Inflationsdruck im Euroraum nicht ab, und zum anderen muss man auch mit einem deutlichen Rückgang der Überschussliquidität im Banken-Sektor rechnen, der sich Mitte des Jahres aufgrund erster TLTRO III Rückzahlungen niederschlagen wird.

Die Unsicherheit über die Kurzlebigkeit der aktuell hohen Inflationsraten (wie von den Notenbanken immer wieder betont), sowie wiederkehrende Sorgen um die Coronapandemie beherrschen aktuell die langfristigen Zinssätze. Ende letzten Jahres war ein starker Anstieg der Zinsen am langen Ende erkennbar. Es ist davon auszugehen, dass diese Dynamik nicht in gleichem Ausmaß weitergehen wird, sondern dass es zu einer Beruhigung im 1. Quartal kommt. Bis Ende des Jahres kann man mit leicht steigenden Zinsen bzw. einer Seitwärtsbewegung rechnen, eine deutliche Korrekturbewegung bzw. eine Trendumkehr ist aber aktuell nicht zu erwarten.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

3-Monats EURIBOR ► Seitwärtsbewegung

10 Jahres Zins EUR* ► Seitwärtsbewegung

* enstpricht dem jeweiligen 10-Jahres Swapsatz

 

Rohstoffe

Gold:  In den letzten Monaten gab es kaum signifikante Bewegungen im Goldkurs. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls pendelte beständig um die 1.800 USD Marke. Für einen Anstieg des Goldpreises spricht zwar einerseits die angestiegene Inflation sowie die geplanten Zinserhöhungen der US-Notenbank, andererseits scheinen vor allem institutionelle Investoren in den letzten Monaten eher zurückhaltend agiert und ihre Goldvorräte kaum in größerem Maße verändert zu haben. Des weiteren scheint sich der Trend auch bei Privatanlegern verstärkt in Richtung Kryptoassets verschoben zu haben. Gegen einen stärkeren Anstieg des Goldpreises in den kommenden Monaten spricht vor allem die zunehmende Entspannung der Lieferketten sowie die möglicherweise geringer ausfallende Inflation. Wir sehen daher eine anhaltende Seitwärtsbewegung als das wahrscheinlichste Szenario an.

Rohöl:  Der Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent liegt im Jahresvergleich über 47 % im Plus. Seit Beginn dieses Jahres können Investoren ebenfalls einen erneuten Anstieg von mehr als 4 % verbuchen. Bis zu den letztjährigen Höchststanden (um die 86,6 USD) ist zwar noch etwas Luft nach oben, es wäre aber durchaus möglich, dass diese in den kommenden Monaten bereits übertroffen werden. Die Politik der OPEC+-Staaten verbleibt noch immer (relativ) restriktiv, wodurch die weiterhin steigende Nachfrage, in Kombination mit dem beschränkenten Angebot, die Kurse weiter antreibt. Jedoch sind wichtige Industriezweige wie z.B. die Luftfahrt noch immer eingeschränkt und könnten dies auch im Zuge der sich ausbreitenden Omikron-Welle auch noch für einige Zeit bleiben. Wir sehen eine Seitwärtsbewegung in der kurzen Frist als das wahrscheinlichste Szenario an und rechnen mit einem geringeren Preis gegen Jahresende, sobald sich die derzeit angespannte Lage an den Rohstoffmärkten etwas entspannen sollte.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

Gold (USD je Unze) ► Seitwärtsbewegung

Rohöl (Brent in USD) ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - Gold (Spotpreis USD/Feinunze); Rohöl Brent (Forwardpreis USD/Barrel);

 

Devisen

US-Dollar:  Das mögliche Szenario, dass die Realverzinsung in Amerika trotz Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank weiterhin negativ bleiben könnte, hat den Rückenwind für den US-Dollar etwas abflauen lassen. Solange hier seitens der Federal Reserve nicht Signale in Richtung einer deutlich restriktiveren Geldpolitik kommen, gehen wir bei dem Währungspaar von einer durchaus volatilen Seitwärtsbewegung um zwischen 1,12 und 1,16 US-Dollar pro Euro aus.

Schweizer Franken:  Der Euro war zum Jahreswechsel gegenüber dem Schweizer Franken stark unter Druck geraten, konnte sich aber in den ersten Handelstagen des neuen Jahres gut erholen.  Ein Grund dafür könnten Interventionen der Schweizer Notenbank SNB sein, die sich im Dezember noch überraschend zögerlich zeigte. Die anhaltend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie dürften in der nächsten Zeit einen weiteren signifikanten Anstieg des EUR-CHF-Wechselkurses verhindern. Somit scheint eine Konsolidierung in der Handeslspanne zwischen  1,03 und 1,06 Franken pro Euro am wahrscheinlichsten.

Prognosen auf 3-Monats-Sicht

EUR / USD ► Seitwärtsbewegung

EUR / CHF ► Seitwärtsbewegung

Quelle: Bloomberg - EUR/USD (EUR gegen USD); EUR/CHF (EUR gegen CHF);

 

 

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